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Krankenhäuser: Kabinett stellt Millionen-Programm vor | BR24

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Bayern steckt in den kommenden Jahren rund 440 Millionen Euro in den Aus- und Neubau von Krankenhäusern im gesamten Freistaat. Das hat das Kabinett beschlossen. Gefördert werden insgesamt 17 Projekte.

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Krankenhäuser: Kabinett stellt Millionen-Programm vor

Der Freistaat investiert in den kommenden Jahren 440 Millionen Euro in Um- und Neubauten von Krankenhäusern. Auch ein Zentrum für Krebsforschung und der Einsatz von "Telenotärzten" sollen die medizinische Versorgung in Bayern weiter verbessern.

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Die Staatsregierung steckt bis zum Jahr 2023 rund 440 Millionen Euro in bayerische Krankenhaus-Bauprojekte. Damit sollen - neben den laufenden Maßnahmen - 17 neue Vorhaben in allen Regierungsbezirken gefördert werden. Das hat das Kabinett bei seiner heutigen Sitzung beschlossen.

Ein zentrales Projekt ist die Generalsanierung der München Klinik Harlaching. Hierfür stellt Bayern rund 157 Millionen Euro bereit. Auch Kliniken in Franken, Schwaben, Niederbayern und der Oberpfalz finden sich auf der Liste. Geplant sind demnach etwa Förderungen für das Krankenhaus Rumelsberg im Kreis Nürnberg (63,5 Millionen Euro) oder das Bezirksklinikum Obermain in Oberfranken (59 Millionen Euro).

Huml: Wollen leistungsstarke Krankenhäuser

Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) betonte bei der Vorstellung der Pläne, dass Bayern auch in der Fläche leistungsstarke Krankenhäuser haben wolle. Deshalb baue man die Kliniken im Freistaat weiter aus. Regulär fördert der Freistaat die bayerischen Krankenhäuser jährlich mit rund 643 Millionen Euro. Das Bau-Förderprogramm kommt nun hinzu.

Von Seiten der Bayerischen Krankenhausgesellschaft kam dennoch verhaltene Kritik. Das Geld reiche nicht, sagte Geschäftsführer Siegfried Hasenbein. Trotz der erfreulichen Situation konnten ihm zufolge "beantragte Maßnahmen in einer Größenordnung von über 130 Millionen Euro nicht bedient werden", weil das finanzielle Volumen nicht ausgereicht habe. Hasenbein monierte auch, dass zu wenig Mittel für technische Geräte und moderne Klinikmöbel bereit stünden.

SPD: Geld reicht nicht

Skeptisch äußerte sich auch die SPD-Fraktion im bayerischen Landtag. Deren gesundheitspolitische Sprecherin Ruth Waldmann erklärte mit Blick auf den jährlichen Förder-Etat für Krankenhäuser: "Erforderlich wäre eine Milliarde Euro." Eine solche Erhöhung "würde auch den Pflegekräften zugute kommen, die immer noch zu oft am Limit arbeiten". Um das Kliniksterben auf dem Land zu stoppen, müsse zudem weiter gedacht werden.

Nicht nur von der Staatsregierung fließt Geld an die Krankenhäuser. Am Montag war bekannt geworden, dass 15 bayerische Krankenhäuser ab kommendem Jahr jeweils 400.000 Euro zusätzlich vom Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen erhalten sollen. Aktuell gibt es laut der bayerischen Staatskanzlei im Freistaat 414 zugelassene Krankenhäuser.

Bayerisches Krebszentrum bis 2025

Das bayerische Kabinett beschloss am Dienstag auch, dass in Bayern bis 2025 ein neues Zentrum für Krebsforschung entstehen soll. Hierfür sollen alle sechs Universitätskliniken im Freistaat zusammenarbeiten - in Augsburg, Erlangen, München, Regensburg und Würzburg. Laut Staatskanzlei sollen künftig alle Krebspatienten im Freistaat an frühen klinischen Studien teilnehmen können - und damit von neuen Therapie-Optionen profitieren.

Projekt "Tele-Notarzt" wird ausgebaut

Ein weiteres Ergebnis der Kabinettssitzung: Das Pilotprojekt "Telenotarzt Bayern" soll schrittweise im ganzen Freistaat eingeführt werden. Dadurch soll die Zeit zwischen einem Notruf und dem Eintreffen des Notarztes überbrückt werden. Der Telenotarzt oder die Telenotärztin wird dabei per Video zugeschaltet - und gibt den Sanitätern vor Ort Hilfestellungen bis hin zur Entscheidung, ein lebensrettendes Medikament zu verabreichen.