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Krankenhäuser in Not – Grüne fordern neues Hilfsprogramm | BR24

© pa/dpa/Sebastian Kahnert

Pflege im Krankenhaus (Symbolbild)

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    Krankenhäuser in Not – Grüne fordern neues Hilfsprogramm

    Mehrere Grünen-Abgeordnete aus Unterfranken fordern schnell ein zweites Hilfspaket von Bund und Freistaat für die Krankenhäuser. Anlass seien zahlreiche Meldungen aus Kliniken, die dramatische Einnahmeausfälle bei steigenden Kosten schildern.

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    Die unterfränkischen Landtagsabgeordneten Kerstin Celina und Patrick Friedl sowie ihre Bundestagskollegin Manuela Rottmann von den Grünen kritisieren, dass die finanziellen Verluste, die in Krankenhäusern der Region durch die Corona-Krise entstehen, nicht ausgeglichen würden. Sie bemängeln: Weil die Kapazitäten vorrangig für die Behandlung von Corona- Patienten freigehalten werden, müssen ambulante Leistungen oder Wahlleistungen wegfallen. Das habe finanzielle Verluste zur Folge.

    Grünen-Abgeordnete: Beschlossener Rettungsschirm reicht nicht

    Selbst wenn ab Mitte Mai Bundesgesundheitsminister Spahn wieder mehr planbare OPs zulassen wolle, werde für die Dauer der Corona-Pandemie eine Rückkehr auf die volle Kapazität für die Krankenhäuser nicht möglich sein, betonen die Abgeordneten. Es müsse weiterhin mit hohen Einnahmeausfällen gerechnet werden. Der bisher beschlossene Rettungsschirm reiche dafür nicht aus.

    Weniger Einnahmen, höhere Kosten

    Klinikreferent René Bostelaar vom Klinikum Main-Spessart bestätigte auf Anfrage des BR, dass es "richtig und wichtig ist, die politische Diskussion über ein weiteres Hilfsprogramm für Krankenhäuser anzustoßen". In den vergangenen eineinhalb Monaten habe allein das Klinikum Main-Spessart als kleines Haus einen Verlust von 200.000 Euro durch den Wegfall der ambulanten Leistungen und Wahlleistungen erlitten. Gleichzeitig seien die Kosten wegen der umfangreichen Schutzmaßnahmen gestiegen.

    Größeren Häusern mit mehr Personal und mehr Technik würde noch viel mehr Geld fehlen, so Bostelaar. Obwohl alle Seiten - von der Bundes- über die Landesregierung bis hin zu den Krankenkassen - sehr bemüht seien, würde am Ende eine Finanzierungslücke bei den Krankenhäusern entstehen. Trotz erster Schritte zur Normalität könne das Klinikum wegen der Coronapandemie noch lange nicht zum Normalbetrieb zurückkehren.

    Einnahmeausfälle der Kommunen befürchtet

    Die Landtagsabgeordnete Kerstin Celina verwies darauf, dass schon im Jahr 2019 die Hälfte der Bayerischen Krankenhäuser defizitär gewesen sei. "Deswegen muss ein solches zweites Hilfsprogramm schnell kommen, sonst könnte es für einzelne Krankenhäuser zu spät sein.“ Auch die Kommunen müssten sich auf drastische Einnahmeausfälle einstellen. Sie könnten dann vielerorts noch höhere Defizite als in der Vergangenheit nicht stemmen.

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