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Kostensteigerung beim Bau des Abschiebegefängnisses in Hof | BR24

© picture-alliance/dpa

Der Bau des neuen Abschiebegefängnisses in Hof wird offenbar deutlich teurer als zunächst gedacht.

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    Kostensteigerung beim Bau des Abschiebegefängnisses in Hof

    Knapp 80 statt 30 Millionen Euro: Der Bau des neuen Abschiebegefängnisses in Hof wird offenbar deutlich teurer als zunächst gedacht. Der Hofer Landtagsabgeordnete Alexander König (CSU) spricht von üblichen Kosten für ein Projekt in der Größe.

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    Das neue Abschiebegefängnis in Hof wird offenbar deutlich teurer als zunächst gedacht. Bei einem Ortstermin im April 2018 hatte der damalige Justizminister Winfried Bausback (CSU) noch eine Summe von 30 Millionen Euro genannt. Der Hofer Landtagsabgeordnete Alexander König nannte nun Kosten in Höhe von 78,5 Millionen Euro. Mehr als eine Verdoppelung. Der Haushaltsausschuss des Bayerischen Landtags habe die Gesamtsumme nun genehmigt, teilte er in einer Pressemitteilung mit.

    "Die Summe von 30 Millionen Euro ist mir nicht bekannt. Für ein Projekt in der Größenordnung und mit der Quadratmeterzahl entsprechen 78,5 Millionen Euro den üblichen Kosten. Sie liegen in einem normalen Rahmen." Alexander König (CSU), Hofer Landtagsabgeordneter

    Die anfangs genannten 30 Millionen Euro seien eine "überschlägige Ersteinschätzung" gewesen , heißt es aus dem Bayerischen Staatsministerium der Justiz auf Nachfrage des Bayerischen Rundfunks.

    "Der Besuch in Hof fand ganz zu Beginn der Projektplanung statt. Mit den für eine genauere Kostenschätzung maßgeblichen baufachlichen Planungen war noch nicht begonnen worden. " Mitteilung aus dem Bayerischen Staatsministerium der Justiz

    Bauarbeiten für Abschiebegefängnis Hof starten dieses Jahr

    Von einer Kostenexplosion könne seiner Meinung nach nicht die Rede sein, so König. Eine Stellungnahme des Bayerischen Justizministeriums steht bislang noch aus. Die Bauarbeiten für das umstrittene Abschiebegefängnis in Hof sollen noch im Herbst dieses Jahres starten. Bis Ende 2020 soll das Gebäude auf dem Grundstück der ehemaligen Straßenmeisterei neben der bestehenden JVA fertig sein.

    Verzögerung bei den Planungen

    Die Planungen hatten sich verzögert. Das Gefängnis hätte ursprünglich schon in diesem Jahr fertig sein sollen. "Das ist ein gewaltiges Projekt und ein ambitioniertes Vorhaben. Aber es wurde ein Totalunternehmer beauftragt, der alles plant und baut. Mit der Firma ist für die Fertigstellung der Termin 31. Dezember 2020 vereinbart", so König.

    Platz für 150 Häftlinge

    Auf einer Fläche von gut 14.000 Quadratmetern entsteht der erste bayernweite Neubau für ein Abschiebegefängnis für Asylbewerber. 150 Häftlinge sollen in den fünfgeschossigen Gebäuden Platz haben. Geplant sind 92 einzelne Hafträume, 18 Gemeinschafts-Hafträume für drei Personen sowie vier behindertengerechte Zellen. Außerdem sollen weitere besonders gesicherte Räume, Funktions- und Verwaltungsflächen entstehen. . Im Anschluss an dieses Bauvorhaben ist beabsichtigt, für die seit 1. Januar 2019 selbständige Justizvollzugsvollzugsanstalt Hof ein separates Verwaltungsgebäude zu errichten, teilt das Bayerisches Staatsministerium der Justiz zudem mit.

    Im Außenbereich wird es Sportanlagen und Platz für Spaziergänge geben. Das Gefängnis wird von einem 4,50 Meter hohen Zaun gesichert. 100 neue Arbeitsplätze sollen in dem Komplex entstehen.