Bei der Corona-Teststation an der Arena an der A8 in Taufkirchen kommt man derzeit kaum mit dem kostenlosen Testen nach: Waren es vor kurzem noch etwa 150 Tests am Tag, sind es momentan um die 500 - den Ferienwochen und der Lage an der Autobahn sei Dank. Doch mal eben schnell einen Corona-Test auf Staatskosten machen – damit ist ab 11. Oktober Schluss. Dann müssen viele Ungeimpfte selbst bezahlen.
Genauer Preis noch unklar - Schätzung aber möglich
Wie viel die Tests dann genau kosten werden, ist noch unklar, doch laut Bundesgesundheitsministerium können die Preise anhand der bisherigen Vergütungshöhen geschätzt werden. Aktuell erstattet der Bund 11,50 EUR für Schnelltests und 43,56 EUR für PCR-Tests. Daniel Fröhler von der privaten Teststation in Taufkirchen wagt eine erste Schätzung: "Um weiterhin konkurrenzfähig und wirtschaftlich arbeiten zu können, werden sich die Preise bei uns für einen Schnelltest bei circa 19 Euro wahrscheinlich einpendeln und der PCR-Test wie jetzt auch schon für 79 Euro erhältlich sein."
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Ähnlich sieht das auch Oliver Urban von der Medicare Teststation in Regensburg. Mit derzeit 150 Tests am Tag ist momentan der Andrang dort ebenfalls hoch: "Den Preis können wir nur schätzen: Der wird höchstwahrscheinlich zwischen 15 und 20 Euro liegen für den Schnelltest und der PCR-Test wird 119,80 Euro kosten, da die Laborkosten allein schon so hoch sind." Das kommunale Testzentrum am Dultplatz in Regensburg kann dagegen noch keine Preisangabe machen.
Druck auf Ungeimpfte wird größer
Auch wenn der exakte Preis für die Tests noch unklar ist - eines ist mit der 3G-Regelung klar: Für Menschen, die sich nicht impfen lassen wollen, wächst der Druck auf den Geldbeutel. Bei den Testwilligen an der Drive-In-Station in Taufkirchen kommt das unterschiedlich an.
So ist Markus Kleinhuber gegen eine Kostenpflicht bei Tests: "Erstens: Impfungen sind kostenfrei, warum sollte ich für einen Test zahlen wenn die Impfung frei ist - also gleiches Recht für alle. Und zum zweiten steh ich auf dem Standpunkt: Definitiv Testungen für alle, auch für Geimpfte."
Manfred Fleischmann hingegen sieht das anders: "Wer sich nicht impfen lassen will, muss sich anderweitig schützen und sich testen lassen. Er kriegt ja auch eine kostenlose Impfung, wenn er mag, dann soll er den Test auch bezahlen. Warum muss die Allgemeinheit für jemanden zahlen, der sich nicht impfen lassen will."
Gesundheitsministerium: Anzahl der Teststationen könnte wieder zunehmen
Wie sich die Kostenpflicht bei den Tests auf die Anzahl der Teststationen auswirkt, ist ebenfalls noch ungewiss. Derzeit will nicht nur das kommunale Testzentrum in Regensburg weiterhin testen. Hier ist die Finanzierung vom bayerischen Staat ohnehin bis Ende des Jahres zugesagt. Auch für die beiden privaten Teststationen in Taufkirchen und in Regensburg ist bei dem momentanen Andrang von einer Schließung erstmal keine Rede.
Im Gegenteil: Das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege geht sogar davon aus, dass wegen des stärkeren Infektionsgeschehens und umfassenderer Testnachweispflichten die Anzahl der Teststellen sogar wieder zunehmen wird. In Taufkirchen drängen derweil weiter Autos im Drive-In an die Teststation. Noch ist ein Schnelltest ja kostenlos - für alle.
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