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Kostenlose FFP2-Masken: So läuft die Ausgabe in Regensburg | BR24

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Aufgrund einer Verordnung der Bundesregierung verteilen Apotheken seit Dienstag kostenlose FFP2-Masken an Risikopatienten. Die Nachfrage in den Apotheken in der Oberpfalz ist groß.

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Kostenlose FFP2-Masken: So läuft die Ausgabe in Regensburg

Aufgrund einer Verordnung der Bundesregierung verteilen Apotheken seit Dienstag kostenlose FFP2-Masken an Risikopatienten. Die Nachfrage in den Apotheken in der Oberpfalz ist groß. Manchen Filialen sind die Masken schon ausgegangen.

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Von
  • Zara Kroiß
  • Norbert Bauer

Die entsprechende Verordnung der Bundesregierung ist in Kraft getreten: Apotheken verteilen seit Dienstag kostenlose FFP2-Masken an Risikopatienten. Manche Filialen in Regensburg sitzen allerdings schon auf dem Trockenen.

Wenige Patienten am Morgen

Vor den Apotheken ist der große Andrang zur Öffnung am Dienstagmorgen zuerst ausgeblieben. Erst gegen Mittag kamen nach und nach mehr Risikopatienten in die Apotheken und erkundigten sich nach den drei kostenlosen FFP2-Masken. So viele erhält jeder Berechtigte, solange er sich ausweisen kann. Die Kosten übernimmt die öffentliche Hand für Patienten, die ein erhöhtes Krankheitsrisiko haben, weil sie über 60 Jahre alt sind oder eine kritische Vorerkrankung haben. Die Apotheken überprüfen die Berechtigung. Um Missbrauch einzugrenzen, verlangen die Apotheken bei Patienten unter 60 Jahren eine schriftliche Eigenerklärung mit Name, Adresse und Unterschrift. Wer über 60 ist, legt dazu seinen Personalausweis vor. Bei Stammkunden sei es am einfachsten, weil die Apotheken die Daten schon hätten.

Kammermeier: "Nicht alle auf einmal kommen."

Dass die Nachfrage im Laufe des Dienstags immer größer wurde, bestätigte auch Josef Kammermeier, 2. Vorsitzender des Apotheker-Bezirksverbands Oberpfalz dem BR auf Anfrage. Zeitweise habe es schon mal zu Wartezeiten kommen können. Kammermeier appelliert an die Kunden, sie mögen doch bitte nicht unbedingt alle auf einmal kommen. Die Aktion laufe ja im ersten Aufschlag bis 6. Januar. Wegen der Ansteckungsgefahr wolle man auch Schlangen vermeiden. Jede Apotheke hat laut Kammermeier wohl tausende Masken bestellt.

Apotheken sitzen teilweise heute schon auf dem Trockenen

Allerdings: Erst am Montagabend teilte das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) mit, dass die Coronavirus-Schutzmasken-Verordnung ab heute in Kraft tritt. Vorher galt das ganze noch als Entwurf. Aus diesem Grund gaben ein paar Apotheken verspätet ihre großen Masken-Bestellungen auf. Einige saßen am Dienstag schon auf dem Trockenen und gaben deshalb teilweise Wartelisten aus.

Königsapotheke vergibt Masken draußen

Markus Birkemeyer, Filialleiter der Königsapotheke in der Regensburger Innenstadt, hat dagegen vorgesorgt. Er vergibt die Masken vor der Filiale an einem Stand, um damit einen Andrang innen zu vermeiden. Er befürwortetet die neue Verordnung. Die FFP2-Masken bieten einen besseren Schutz als normale Masken, so der Filialleiter.

Apotheker: "Es gibt bessere Lösungen."

Auch andere Apotheken in Regensburg begrüßen grundsätzlich die kostenlose Maskenausgabe. Es gibt aber auch Kritik. Helmut Müßig von der Jacobs Apotheke sagt: "Weil jeder Patient meint, er müsste jetzt seine Masken kostenlos überall bekommen, in jeder Apotheke, ohne irgendwelche Nachweispflicht - außer er ist Risikogruppe oder ist entsprechend über 60. Es gibt viel bessere Lösungen, diese transparenter und auch gerechter zu verteilen." Müßigs Lösung: Patienten sollen sich ihre Masken selbst kaufen und die Quittung bei ihrer jeweiligen Krankenkasse einreichen. So sollen unter anderem Hamsterkäufe vermieden werden.

Apotheken fürchten Hamsterkäufe

Eine Masken-Hortung fürchtet auch Markus Birkemeyer von der Königsapotheke: "Ich meine, ich kann nicht sehen, was ums Eck abgeholt wird oder außerhalb von der Stadt. Da muss man einfach hoffen, dass die Leute verantwortungsbewusst damit umgehen und sich nicht eindecken."

Patienten sollen Stammapotheke aufsuchen

Um das zu vermeiden, ruft der Apothekerverband die Berechtigten dazu auf, unbedingt die Stammapotheke aufzusuchen. Halten würden sich manche trotzdem nicht dran. Obwohl auch die Engel-Apotheke in Regensburg mit einem selbstgebasteltem Schild dazu aufruft, seien am Dienstagmorgen schon mehrere Kunden aus umliegenden Orten gekommen, um sich die Masken zu holen, hieß es. Diese habe man wegschicken müssen.

Apotheker wünschten sich mehr Vorbereitungszeit

Die Risikopatienten erhalten seit Dienstag die kostenlosen FFP2-Masken, die bis 6. Januar reichen sollen. Für die Zeit danach erhalten Berechtigte von ihrer Krankenversicherung Bezugsscheine für zwölf weitere Masken. Insgesamt hätten sich Apotheker schon mehr Vorbereitungszeit seitens der verantwortlichen Politiker gewünscht. "Jetzt schultern wir die Herausforderung halt unter Zeitdruck. Seit Beginn von Corona sind wir das aber gewöhnt", sagt der stellvertretende Bezirksvorsitzende der Apotheker, Kammermeier.

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