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Das Regenrückhaltebecken soll am Nürnberger Hafen entstehen.
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Michael Reiner
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Das Regenrückhaltebecken soll am Nürnberger Hafen entstehen.

Noch ist nicht einmal der erste Spatenstich gesetzt, schon steht für ein geplantes Regenrückhaltebecken am Nürnberger Hafen eine Kostenexplosion von 115 Prozent fest. 13,5 Millionen Euro soll das Projekt nun kosten – statt der ursprünglich geplanten 6,3 Millionen Euro. Das geht aus einem Bericht für den Werkausschuss Stadtentwässerung hervor.

Kostenschätzung ohne Geländeuntersuchung

Die Kostenexplosion wurde erst jetzt bekannt, obwohl die Stadträte bereits 2016 die erste Bausumme genehmigt hatten. Allerdings hatte der Stadtentwässerungsbetrieb zu diesem Zeitpunkt das Gelände noch gar nicht untersucht, bestätigte der zuständige Abteilungsleiter dem Bayerischen Rundfunk.

Hoher Grundwasserspiegel und Altlasten im Boden

Erst vor wenigen Monaten hatte ein Ingenieurbüro mit Probebohrungen auf dem Gelände begonnen. Dabei stellte sich unter anderem heraus, dass der Grundwasserspiegel hier sehr hoch ist. Deshalb muss das Becken aufwändig mit speziellen Pfählen im Untergrund verankert werden. Zudem ist eine stärkere Bodenplatte notwendig, heißt es in dem Bericht. Darüber hinaus wurden Altlasten im Boden gefunden. Das belastete Erdreich muss nun abgetragen und entsorgt werden.

Regenbecken soll Kanalisation entlasten

Trotzdem will der Abwasserbetrieb an dem Standort festhalten. Denn für ihn gibt es keine andere passende Stelle für das Rückhaltebecken, das die Kanalisation bei Starkregen entlasten soll. 5.000 Kubikmeter Wasser soll es einmal fassen, das entspricht in etwa der Wassermenge von zwei olympischen Schwimmbecken.

Weitere Kostensteigerungen möglich

Am 22. Januar entscheiden die Stadträte im Werkausschuss darüber, ob sie die zusätzlichen Mittel freigegeben. Dann könnte der Bau in den kommenden sechs bis neun Monaten ausgeschrieben werden. Weitere Kostensteigerungen sind damit aber nicht ausgeschlossen. Wegen der guten Konjunktur stiegen Baukosten derzeit im zweistelligen Prozentbereich, so der Stadtentwässerungsbetrieb.