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Kosten für Munitionsräumung: Grundstückseigentümerin wehrt sich | BR24

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Bombenentschärfung (Symbolbild)

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    Kosten für Munitionsräumung: Grundstückseigentümerin wehrt sich

    Der Streit um die Kosten für die Räumung von Kriegsmunition in München-Freimann nimmt kein Ende. Der Anwalt der Grundstückseigentümerin kündigt Rechtsmittel an, für den Fall, dass seine Mandantin einen Kostenbescheid von der Stadt bekommt.

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    Von
    • Moritz M. Steinbacher
    • Matthias Lauer

    Nachdem im März 2017 im Garten von zwei Wohnhäusern im Münchner Stadtteil Freimann rund 10 Tonnen Weltkriegsmunition entdeckt und entsorgt worden waren, ist ein heftiger Streit um die Kosten für die Räumung der explosiven Stoffe entbrannt.

    Wer bezahlt die Räumung der Munition? Kein Ende des Streits in Sicht

    Der Anwalt der Grundstückseigentümerin am Zwergackerweg erklärte, er legen Rechtsmittel ein, falls seiner Mandantin tatsächlich ein Kostenbescheid der Stadt zugestellt werde. Bisher sei das aber nicht der Fall, betont Florian Englert im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk.

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    Englert beklagte auch, dass die Stadt keine Kostenaufschlüsselung liefert. Weder seine Mandantin noch er hätten einen Bescheid vom Kreisverwaltungsreferat bekommen, geschweige denn sonst irgendeine Information wie zum Beispiel eine Kostenzusammenstellung. Der Fachanwalt für Baurecht zeigte sich zudem über die in den Medien bereits bekannt gegebenen Summen, die seiner Mandantin in Rechnung gestellt werden sollen, sehr verwundert und zweifelte deren Rechtmäßigkeit an.

    Der Garten, in dem die Munition gefunden worden war, liegt auf dem ehemaligen Gelände des "Artillerieschießplatzes Neufreimann". Das Beseitigen der Weltkriegsmunition kostete rund 1,7 Millionen Euro.

    Bund, Stadt und Eigentümerin sollen zusammenlegen

    Dem Stadtratsbeschluss vom Mittwoch (17.06.20) zufolge soll sich die Frau damit an den Gesamtkosten beteiligen. 1,15 Millionen Euro trägt bisher der Bund, rund 400.000 Euro die Stadt. Die Höhe des Anteils der Hausbesitzerin an den Bergungskosten in Höhe von 45.000 Euro orientiert sich an den Beträgen, die Nachbarn im Jahr 2012 für die Beseitigung von Munition gezahlt hatten. Laut Stadt habe die Hausbesitzerin durch die Bergung der Munition von einer Wertsteigerung ihres Grundstücks profitiert.