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Kornkreis am Ammersee: Wie könnte er entstanden sein? | BR24

© dpa-Bildfunk/Sven Hoppe

Mysteriös und faszinierend: der Kornkreis am Ammersee.

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    Kornkreis am Ammersee: Wie könnte er entstanden sein?

    Seit am Sonntag in einem Weizenfeld am Ammersee ein riesiger Kornkreis entdeckt wurde, wird wild spekuliert: Ist das Muster ein menschliches Werk – oder waren es Außerirdische? Einer, der sich auskennt, versucht eine Erklärung.

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    Wie von Zauberhand war er am Sonntag auf einmal da: ein riesiger Kornkreis, etwa 100 Meter im Durchmesser, mitten in einem Weizenfeld zwischen Fischen und Dießen am Ammersee. Erst aus der Luft ergibt sich das faszinierende Bild: ein perfekter Kreis, darin ein geometrisches Muster. Seitdem kommen Besucher von überall her, während der betroffene Landwirt versucht, noch größere Schäden zu verhindern. Viele Menschen sind sich sicher, dass hier außerirdische Mächte am Werk waren. Andere halten das für kompletten Unsinn. Auch Uli Ernst weiß nicht, wer das Muster ins Feld gemacht hat. Aber er hat eine Vermutung. Denn mit Mustern in Feldern kennt er sich aus.

    Muster im Feld sind menschenmöglich

    Uli Ernst und seine Frau Corinne betreiben einige Kilometer weiter, in Utting am Ammersee, das Labyrinth "Ex ornamentis". Jedes Jahr säen sie eine Mischung aus Mais, Sonnenblumen und Hanf aus und lassen darin ein Bild entstehen: Mal war es eine Bayern-Landkarte, mal Martin Luther, die Biene Maja oder die Bremer Stadtmusikanten. Heuer ergeben die Wege durchs Labyrinth das Porträt von Ludwig van Beethoven. Ein großer Aufwand ist das, aber dennoch menschenmöglich.

    Erst von Hand, dann mit Technik

    "Am Anfang haben wir das ganz manuell gemacht, mit riesigem Zirkel und dem Satz von Pythagoras", erzählt Ernst. Inzwischen arbeiten sie mit einem Professor der Hochschule München zusammen, der mit seinen Studenten der Fachrichtung Geoinformatik das Bild per GPS ins Feld überträgt. Ob der Kornkreis bei Fischen auch so entstanden ist?

    Labyrinth-Macher glaubt nicht an das Werk von Außerirdischen

    Vielleicht war nicht einmal GPS nötig. "Bei aller Faszination und Großartigkeit ist es für mich naheliegender, dass das Menschen gemacht haben", sagt Uli Ernst. Er ist am Ammersee aufgewachsen und hat auch die Kornkreise früherer Jahre besucht und beobachtet. Auch wegen der geometrischen Formen vermutet der Labyrinthe-Fachmann Menschen am Werk: "Wenn ich Teil einer Gang wäre, die sagen, wir machen da jetzt ein Kunstwerk, dann würde ich es genau so machen. Ich würde mehr geometrisch messen, vielleicht gar nicht mit GPS, dann würden solche naheliegenden Formen rauskommen."

    Schaden für den Landwirt

    Bei all der Begeisterung und Spekulation bleibt das Kunstwerk aber doch illegal und ein großer Schaden für Georg Steingruber, den Landwirt, der das Feld gepachtet und bestellt hat. Um zu verhindern, dass die Besucher den stehen gebliebenen Weizen zertrampeln, hat er Absperrbänder gespannt – was zur Folge hatte, dass er jetzt auch Hinweisschilder mit einem Hygiene-Konzept zur Vermeidung einer Corona-Ansteckung aufstellen musste. Am Eingang zum Feld hat er eine Spendenkasse aufgestellt.

    Faszination für viele

    Und auch wenn nicht alle Besucher die Energien spüren, die durch den Kornkreis fließen sollen – fasziniert sind viele. Bei einem Besuch traf Bayern1-Reporter Lui Knoll einen Jungen. Der erzählte ihm, dass das Feld früher seiner Familie gehört habe. Vor 13 Jahren sei an der gleichen Stelle schon einmal ein Kornkreis aufgetaucht. Wie das jetzt für ihn sei, hier zu stehen, fragte der Reporter. "Komisch, nur komisch", antwortete der Bub. Er ist 13 Jahre alt.

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