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Kopfstoß-Prozess: Gericht vertagt Verhandlung gegen Caiuby | BR24

© dpa-Bildfunk/Stefan Puchner

Beim FCA freigestellt, wegen Körperverletzung angeklagt: der brasilianische Fußball-Profi Caiuby.

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Kopfstoß-Prozess: Gericht vertagt Verhandlung gegen Caiuby

Prozessauftakt ohne den Angeklagten: Der brasilianische Fußball-Profi Caiuby ist nicht am Amtsgericht Augsburg erschienen. Eigentlich wollte er sich persönlich gegen den Vorwurf der Körperverletzung verteidigen. Die Verhandlung wurde vertagt.

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Das Amtsgericht Augsburg hatte angeordnet, dass der Brasilianer Caiuby persönlich im Gerichtssaal erscheinen muss – aber der 31-jährige Fußball-Profi kam der Anordnung nicht nach. Zum Auftakt des Prozesses wegen Körperverletzung ließ er sich von seinem Anwalt Fabian Krötz entschuldigen. Am Tag zuvor hatte Krötz dem BR noch versichert, dass sein Mandant nach Augsburg kommen wird.

Angeklagter nicht im Gerichtssaal

Nicht näher definierte "Probleme am Flughafen“ hätten Caiuby am Erscheinen gehindert, hieß es nun. Mit dieser Begründung hatte der Fußball-Profi in der vergangenen Saison auch zweimal den Trainingsstart beim FC Augsburg verpasst, was letztlich zum Rauswurf beim FCA geführt hatte. Auch Richter Julian Mertes nahm die Entschuldigung eher widerwillig zur Kenntnis. Im Laufe der Verhandlung kündigte er an, den 31-Jährigen kommen zu lassen, "wenn wir Herrn Caiuby brauchen". Die heute vertagte Verhandlung soll innerhalb der nächsten drei Wochen fortgesetzt werden.

Kopfstoß gegen 27-Jährigen

Zum Auftakt des Prozesses wurden elf Zeugen der vermeintlichen Tat vernommen. Einigkeit bestand dabei einzig in der Tatsache, dass es in der Nacht auf den 7. Mai 2018 gegen fünf Uhr in der Augsburger Maxstraße zu einem Kopfstoß gegen einen 27-Jährigen aus Königsbrunn gekommen ist. Ob allerdings tatsächlich Caiuby der Täter war, blieb offen.

Caiuby polizeibekannt

Allerdings zeichnete besonders die Augsburger Polizei kein wirklich positives Bild des Angeklagten. Kollegen hätten schon häufig dienstlich mit Caiuby zu tun gehabt, so ein Polizeihauptmeister, der bis vor Kurzem als szenekundiger Beamter rund um den FCA im Einsatz war. Caiuby sei immer mal wieder aufgefallen – wenn auch nicht explizit durch körperliche Gewalt. Eine andere Polizeibeamtin sagte zudem aus, dass sich Caiuby in der Vernehmung zwar nicht zur Tat äußern wollte, sich aber für einen sogenannten Täter-Opfer-Ausgleich interessiert habe.

Entschuldigung beim Opfer?

Auch ein Gespräch zwischen Caiuby, FCA-Manager Stefan Reuter, Geschäftsführer Michael Ströll und einem bei der Tat anwesenden Fan wurde vor Gericht eher als Schuldeingeständnis gewertet. Hierbei soll sich der Fußball-Profi nicht nur entschuldigt, sondern dem Opfer auch eine Entschädigung von 5.000 Euro angeboten haben. Als Beleg legte Opfer-Anwalt Clemens Käufer einen Handy-Chat mit Reuter vor, in dem die Kontodaten des Opfers ausgetauscht worden sein sollen.

© BR/René Kirsch

Prozessauftakt ohne den Angeklagten: Der brasilianische Fußball-Profi Caiuby ist nicht am Amtsgericht Augsburg erschienen. Eigentlich wollte er sich persönlich gegen den Vorwurf der Körperverletzung verteidigen. Die Verhandlung wurde vertagt.

Allerdings bestreitet Caiubys Anwalt Fabian Krötz, dass sich sein Mandant tatsächlich bei diesem Termin entschuldigt hat. Deshalb dürften zum nächsten Verhandlungstermin neben Caiuby auch FCA-Manager Reuter sowie FCA-Spieler Sergio Córdova geladen werden.

Hohe Geldstrafe möglich

Im Falle einer Verurteilung droht Caiuby eine Gesamtstrafe von rund 100.000 Euro. Eingerechnet ist auch eine frühere und bereits rechtskräftige Strafe gegen den Mittelfeldspieler: Wegen Schwarzfahrens war er im vergangenen Jahr zu einer Strafe von 22.500 Euro verurteilt worden.

Glaubwürdigkeitsproblem des Fußball-Profis

Zum Ende des Verhandlungstages zitierte Caiubys Anwalt Fabian Krötz noch eine kurz zuvor empfangene SMS. Darin entschuldigte Caiuby sein Nicht-Erscheinen mit einer Krankheit seines Vaters. Es fiel den Anwesenden sichtlich schwer, dem Brasilianer noch zu glauben.

Keine Rückkehr für "Kai-Uwe"

Caiuby, der von Augsburgs Fußball-Fans einst als "Kai-Uwe" gefeiert wurde, ist aktuell freigestellt. Eine Rückkehr zum FCA wird es laut Manager Stefan Reuter nicht geben. Der Vertrag läuft im Sommer 2020 aus.