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Kopfschütteln in Bayern-SPD über Sarrazin-Spekulationen | BR24

© picture alliance/Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Archivbild: Thilo Sarrazin

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Kopfschütteln in Bayern-SPD über Sarrazin-Spekulationen

Verwunderung beim SPD-Spitzenpersonal in Bayern: Laut "Bild" soll eine "Gruppe bayerischer SPD-Mitglieder" den Ex-Politiker Thilo Sarrazin als Parteichef fordern. Für die Landesvorsitzende Kohnen "undenkbar", Fraktionschef Arnold spricht von Satire.

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Während die SPD über eine neue Parteiführung diskutiert, will laut einem Bericht der "Bild"-Zeitung eine Gruppe bayerischer Genossen den Autor und ehemaligem Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin als neuen Vorsitzenden vorschlagen. Wer dieser Gruppe angehört und wie groß sie ist, schreibt das Blatt allerdings nicht - und nennt auch sonst keine weiteren Informationen.

Mehrere führende bayerische SPD-Politiker zeigten sich verwundert über den Bericht. Der Innenpolitiker und Vize-Chef der Landtagsfraktion, Klaus Adelt, sprach von "Fragezeichen hoch drei". Er kenne niemanden, der so etwas fordert. Selbst die schärfsten Kritiker kämen nicht auf solche Gedanken, sagte Adelt BR24. Auch die bayerische SPD-Vorsitzende Natascha Kohnen reagierte mit Kopfschütteln auf den Bericht: "Ich kenne niemanden, der das fordert, und für mich ist das undenkbar", sagte sie auf Anfrage des Bayerischen Rundfunks.

"Misslungener Satirebeitrag"

Der Fraktionsvorsitzende der SPD im Landtag, Horst Arnold, nannte den "Bild"-Bericht einen "misslungenen Satirebeitrag". Ähnlich reagierte die bayerische SPD auch auf Twitter: "Wir tippen auf @Der_Postillon oder @titanic als Quelle der @BILD."

Der Münchner Bundestagsabgeordnete Florian Post, der sehr deutlich den Rücktritt von Andrea Nahles gefordert hatte und als Vertrauter von Ex-SPD-Chef Sigmar Gabriel gilt, sprach von einer "völligen Blödsinnsidee". Seiner Meinung nach hätte Sarrazin schon längst aus der SPD hinausgeschmissen werden sollen.

Parteiausschlussverfahren gegen Sarrazin

Der Buchautor ("Deutschland schafft sich ab") und ehemalige Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin ist SPD-Mitglied. Gegen ihn läuft derzeit ein Parteiausschlussverfahren. Eine interne Kommission der SPD wirft Sarrazin vor, in seinen Büchern ausländerfeindliche Thesen zu vertreten, die mit den Grundsätzen der Sozialdemokratie unvereinbar seien.

Audio: Entscheidung über neuen SPD-Parteivorsitz womöglich erst im Dezember

© BR

Angesichts der Diskussion über eine Basis-Beteiligung zur Bestimmung der neuen SPD-Parteispitze könnte sich die Entscheidung noch bis zum Jahresende hinziehen.