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München will weg vom Image der "Stau-Hauptstadt" und die Verkehrswende schaffen. Pläne dafür gibt es schon.

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    Konzepte gegen den Dauer-Stau in München

    "Deutschlands Stau-Hauptstadt": Diesen zweifelhaften Titel trägt München laut einer Verkehrsstudie. Doch damit soll bald Schluss sein. Helfen sollen dabei ein neues Referat und viele Ideen zur Verkehrswende.

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    Von
    • Susanne Hagenmaier

    "Stau-Hauptstadt": Wer möchte diesen Titel schon tragen? Die Stadt München hat ihn, will ihn aber möglichst bald wieder loswerden. Schon seit längerem beschäftigt sich die Landeshauptstadt mit dem Thema Verkehrswende: Die Menschen sollen statt des Autos lieber das Fahrrad oder die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen. Dazu gibt es viele Ideen. Manche werden bereits umgesetzt, andere sind eher langfristig gedacht.

    Ein Parkhaus nicht nur für Autos

    Am 1. März wurde der "Mobilitätshotspot" am Thomas-Wimmer-Ring in Betrieb genommen: eine Tiefgarage, in der nicht nur Autos Platz finden, sondern auch Fahrräder, Elektro-Ladestationen oder eine Packstation. E-Bikes, E-Roller oder Fahrräder soll man sich hier per App mieten können. Die neue Tiefgarage ist ein Baustein auf dem Weg zur "autoreduzierten Altstadt". Dafür hatte sich der Stadtrat bereits 2019 in einem Grundsatzbeschluss ausgesprochen.

    Pop-Up-Radwege: Aus Gelb mach Weiß

    Als während des ersten Corona-Lockdowns im Frühjahr 2020 viele Menschen auf das Rad umstiegen, reagierte die Stadt und brachte gelbe Markierungen für vorübergehende Radwege an. Diese Pop-Up-Radwege wurden später wieder abgebaut - kommen jetzt aber wieder, um zu bleiben: Ab April werden an einigen Straßen weiße, dauerhafte Radweg-Markierungen aufgebracht.

    Von der Hauptverkehrsader zum Boulevard

    Die Sonnenstraße entlang der Altstadt ist ein ständig verstopfter Verkehrsweg, auf dem auch noch die Tram und viele Fußgänger unterwegs sind. Hier soll ein "Boulevard", eine Flaniermeile entstehen. Wie genau das aussehen soll, ist noch nicht klar - dazu ist ein Wettbewerb geplant.

    Neue Strecken für U-Bahn und Tram

    Autoreduzierte Altstadt, neue Radwege und Flaniermeilen: Das klingt eher nach noch mehr Stau. Doch all die kleinen Maßnahmen sind Teil eines großen Plans, der die erhoffte Verkehrswende bringen soll. Dazu gehören auch die langfristigen Maßnahmen: der Bau der zweiten Stammstrecke für die S-Bahn sowie weiterer U-Bahn- und Tramlinien. Zusätzlich zu den laufenden Planungen für vier neue Strecken will die Stadt eine weitere U-Bahn-Linie und sieben Trambahnen neu planen.

    Neues Referat für Mobilität

    All diese Ideen und Planungen laufen in einer neuen Abteilung zusammen: Zum Jahresbeginn 2021 hat das neu gegründete Mobilitätsreferat der Stadt seine Arbeit aufgenommen. Die Ziele sind hochgesteckt: Bis zum Jahr 2025 sollten 80 Prozent des Stadtverkehrs aus Fußgängern, Radfahrern, den öffentlichen Verkehrsmitteln und der Elektromobilität bestehen, sagte Bürgermeisterin Katrin Habenschaden (Grüne) bei der Vorstellung des neuen Referats: "Dies ist nötig, um den prognostizierten Verkehrskollaps in München zu verhindern und um unsere städtischen Klimaschutzziele zu erreichen."

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