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Konzept für Medizinstudium in Niederbayern wird konkreter | BR24

© picture alliance/Julian Stratenschulte/dpa

Symbolbild Medizinstudium

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    Konzept für Medizinstudium in Niederbayern wird konkreter

    Ein Medizinstudium ist in Niederbayern von 2023 an möglich. Wegen des Fachärztemangels soll in Metten (Lkr. Deggendorf) ein Medizincampus entstehen. Jetzt wird das Konzept mit Studienplätzen, Stipendien und Partner-Kliniken konkreter.

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    Ab 2023 stehen 20 Plätze in Metten (Lkr. Deggendorf) für Teilnehmende des Masterstudiums Humanmedizin bereit. Damit kann der Medizincampus Metten eine Außenstelle der Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften mit Sitz in Krems in Niederösterreich werden.

    Bisher gibt es in Niederbayern keine Medizinerausbildung. Mögliche Schwerpunkte innerhalb des Studiengangs könnten Themen wie "Neue Wege in der ländlichen Versorgung" oder Telemonitoring sein.

    Ärzte aus Niederbayern für Niederbayern

    Der Medizincampus soll in Niederbayern angesichts des immer drängender werdenden Medizinermangels errichtet werden. Damit könnten in der neuen Einrichtung Ärzte aus Niederbayern für Niederbayern ausgebildet werden. Allerdings liegt die Auswahl der Studierenden für Metten allein bei der Karl Landsteiner Privatuniversität. Angedacht ist, dass sich der Bezirk Niederbayern an den Studiengebühren bis zu 80 Prozent in Form eines Stipendiums beteiligt, wie Bezirkstagspräsident Olaf Heinrich dem BR sagte.

    Bezirk übernimmt Teil der Studiumskosten

    Auf der Grundlage der vom Bezirk und der Karl Landsteiner Universität unterzeichneten Absichtserklärung will sich der Bezirk Niederbayern stärker als bisher mit Medizinstipendien bei der Ausbildung von Medizinstudierenden engagieren.

    Wie Heinrich dem BR sagte, gibt es schon jetzt schon mehr als 50 Anfragen von Interessierten. Die Karl Landsteiner wird als private Universität vom Bundesland Niederösterreich getragen. Der erfolgreiche Abschluss berechtigt zur Führung der Bezeichnung "Dr. med. univ." in Einklang mit dem Bologna-Modell. Ziel ist es laut Heinrich, langfristig auch eine Bachelor-Ausbildung nach Niederbayern zu holen:

    "Wir beginnen mit 20 Plätzen, aber wenn es sich bewährt, dann muss das langfristig mehr sein."

    Partner-Kliniken für Universitätsklinikverbund

    Um im ersten Schritt in Metten eine qualitätsgesicherte Ausbildung und wissenschaftliche Arbeit im klinischen Bereich zu garantieren, soll ein Universitätsklinikverbund mit niederbayerischen Kliniken eingerichtet werden.

    Das heißt konkret: Partner-Kliniken unterstützen mit Personal wie Lehrbeauftragten den neuen Medizinstudiengang in Metten. Wie der Bezirkstagspräsident im Interview sagte, sind zum Beispiel die Kliniken Deggendorf, Passau, Mainkofen und Straubing als Partner angedacht.

    Geld vom Freistaat Bayern notwendig

    Die Partner-Kliniken werden jeweils als "Universitätskliniken der Karl Landsteiner Privatuniversität am Standort Metten" bezeichnet. Diese können dann aufgrund einer besseren Personalausstattung als Universitätskliniken ihre Behandlungsmöglichkeiten erweitern. Davon profitieren auch die Patienten in Niederbayern. Allerdings ist für ein solches Konzept die Unterstützung des Freistaates notwendig. Denn die zu schaffende Infrastruktur kostet ebenso Geld wie mögliche Abordnungen aus den zu beteiligenden Kliniken.

    Konzept: Beteiligung von Gesellschaftern

    Das neue Konzept für Metten sieht eine Beteiligung des Bezirks wie der Kliniken als Gesellschafter an einer noch zu gründenden gGmbH vor. Diese soll als Trägergesellschaft für die universitäre Ausbildung von Ärzten verantwortlich sein. Ebenfalls Gesellschafter wird mit einem Anteil von bis zu 49 Prozent in diesem Konstrukt die Karl Landsteiner Privatuniversität.