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Der Landkreis Günzburg ist dunkelrot auf der Corona-Landkarte. Die wegen der vielen Fälle ausufernde Kontaktnachverfolgung brachte das Gesundheitsamt an die Grenzen. Deswegen helfen nun 30 Bundeswehrsoldaten im Contact-Tracing-Team mit.

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Kontaktnachverfolgung: Soldaten kämpfen gegen Corona-Ausbreitung

Der Landkreis Günzburg ist dunkelrot auf der Corona-Landkarte. Die vielen Fälle brachten die Kontaktnachverfolgung im Gesundheitsamt an die Grenzen. Deswegen helfen über 30 Bundeswehrsoldaten im Contact-Tracing-Team mit.

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Von
  • Anna Klein
  • Johanna Kempter

Von der Dillinger Bundeswehrkaserne ins Günzburger Landratsamt: 30 Soldatinnen und Soldaten sind gerade im Gesundheitsamt im Einsatz. Dort unterstützen sie das Contact-Tracing-Team, das alle Hände voll zu tun hat: Jede Person, die positiv auf das Coronavirus getestet wird, muss offiziell in Quarantäne geschickt werden – und je nach Symptomen später erneut befragt werden. Außerdem müssen die Infizierten eine Liste mit Kontaktpersonen abgeben, die das Contact-Tracing-Team dann abtelefoniert. Alle eingeholten Informationen werden in der jeweiligen digitalen Akte zu einem Corona-Fall eingetragen, die wiederum Teil eines Programms ist, das einen Überblick über alle Corona-Fälle des Landkreises ermöglicht.

Gesundheitsämter überlastet

Ein Aufwand, für den den Ämtern oft schlichtweg das Personal fehlt. Das Günzburger Landratsamt hat deswegen um Amtshilfe gebeten. Die Bundeswehrsoldaten, die jetzt für die Kontaktnachverfolgung abgestellt wurden, gehören eigentlich dem sogenannten Informationstechnikbatallion an und sind in Dillingen stationiert.

Gesundheitsamt statt Kaserne

Jeden Tag acht Stunden am Telefonhörer – das ist ungewohnt für den Hauptgefreiten Florian Ziermeier. "Aber gut, wir sind Soldaten und wir leben in der Lage und wir passen uns an", sagt er. Er sieht die Notwendigkeit, dass die Bundeswehrsoldaten im Gesundheitsamt mithelfen. Schließlich mache Corona keine Pause und die Zahlen steigen an.

Lob vom Günzburger Landrat

Günzburgs Landrat Hans Reichhart betont, dass die Soldatinnen und Soldaten eine große Hilfe sind – vor allem die medizinisch geschulten Einsatzkräfte. Nach seinen Worten schließen sie eine Lücke, wenn in Telefonaten medizinische Fragen auftauchen. Dann müsse nicht gleich ein Arzt ans Telefon geholt werden, denn die Ärzte seien sowieso knapp. "Die geschulten Notfallsanitäter haben eine Riesen-Erfahrung, waren auch schon auf Corona-Stationen eingesetzt", lobt der Landrat.

Bundeswehr-Hilfe in ganz Schwaben

Insgesamt leisten gerade knapp 70 Einsatzkräfte der Bundeswehr in ganz Schwaben Amtshilfe für die Behörden – mittlerweile sogar im Augsburger Universitätsklinikum. Zuständig für die Betreuung ist Oberleutnant Thomas Ebersoldt, der sich über die positive Resonanz freut: "Wir holen auf, wir kommen hinterher und können auch die aktuellen Fälle zeitnah bearbeiten." Die Soldatinnen und Soldaten würden sehen, dass sie im Contact-Tracing-Team "wirklich was bewegen können", so der Oberleutnant.

Einsatz in Günzburg bis zum Jahresende

Die 30 Bundeswehrkräfte aus Dillingen sind bis Ende des Jahres nach Günzburg abkommandiert. Je nachdem, wie sie sich die Infektionszahlen entwickeln, könnte der Corona-Einsatz auch in die Verlängerung gehen.

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