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Kompromiss in der CSU: Mehr Junge und Frauen in Spitzenämtern | BR24

© BR/Nikolaus Neumaier

Die CSU ist ihrem Ziel jünger und weiblicher zu werden einen Schritt nähergekommen. Nach zähem Ringen in der Kommission zur Parteireform und zwischen JU, Vorstand und Frauen-Union einigen sich die KontrahentInnen auf einen Kompromiss.

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Kompromiss in der CSU: Mehr Junge und Frauen in Spitzenämtern

Die CSU hat den Streit um Quoten zwischen Frauen Union und Parteinachwuchs entschärft: Junge CSUler bekommen Stellvertreterposten auf allen Ebenen, für Frauen wird eine Quote von 40 Prozent eingeführt. Für sie soll es auch mehr Vorstandsposten geben.

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Die CSU ist ihrem Ziel, jünger und weiblicher zu werden, einen Schritt nähergekommen. Nach zähem Ringen in der Kommission zur Parteireform sowie zwischen Junger Union (JU), Vorstand und Frauen-Union einigten sich die Kontrahenten und Kontrahentinnen auf einen Kompromiss.

Noch vor ein paar Tagen hatte es nicht gerade nach Einigung ausgesehen. Mittlerweile aber sind die strittigen Punkte vom Tisch oder gelöst, und Christian Doleschal, der neue bayerische JU-Vorsitzende zeigt sich zufrieden. Das hartnäckige Kämpfen habe sich ausgezahlt, sagt er: Er habe schon den Eindruck, dass es in den vergangenen Wochen "ordentlich Bewegung innerhalb der CSU" gegeben habe.

Quote bei der Listenaufstellung vom Tisch

Zufrieden macht die Jungen in der CSU vor allem, dass eine Quote bei der Listenaufstellung vom Tisch ist. Quoten hält die JU sowieso für kein wirklich probates Mittel. Doch was noch wichtiger ist: Die Generation der jungen CSUler wird - falls der Parteitag den Vorschlag annimmt - in zwei Jahren einen stellvertretenden Parteivorsitzenden stellen.

"Der Kompromiss sieht vor, dass die junge Generation auf allen Ebenen, also auf Kreisverbandsebene, auf Bezirksverbandsebene und auch ganz oben auf Parteivorsitzebene künftig einen jungen Stellvertreter haben wird, der immer unter 40 oder unter 35 sein muss." Christian Doleschal, JU-Landesvorsitzender 

Auch die Frauen-Union hat ihr Ziel erreicht

Zufrieden ist auch Ulrike Scharf. Die neue Chefin der Frauen-Union Bayern bekommt eine Frauenquote von 40 Prozent. Die vier wichtigsten Vorstandsposten werden paritätisch besetzt:

"Wir wollen eine Ausdehnung der Quote auf 40 Prozent. Das ist der nächste konsequente Schritt. Und wir brauchen unbedingt auch noch im engeren Vorstand eine Parität, das heißt 50 Prozent. Und die wollen wir auf allen Ebenen umsetzen - jetzt mit diesem Parteitag." Ulrike Scharf, Vorsitzende der bayerischen Frauen-Union

Doppelmitgliedschaft in Frauen-Union und in CSU

Scharf ist auch dem Ziel nähergekommen, dass alle Frauen, die Mitglied der Frauen-Union sind, auch CSU-Mitglieder werden und umgekehrt. Davon erhofft sie sich ein einen Schub für die Frauen in der CSU. Dabei lockt sie auch mit der Möglichkeit einer politischen Karriere: "Wer Verantwortung übernehmen will, wer ein Mandat anstrebt, egal auf welcher Ebene, muss über die Partei kommen." Da sei es unerlässlich, auch Mitglied in der CSU zu sein.

Generalsekretär: Starkes Zeichen für eine moderne CSU

Für Generalsekretär Markus Blume ist ein harter Kampf entschärft worden. Er spricht von einem guten Signal:

"An der Spitze werden wir ein noch besseres Erscheinungsbild als bisher abgeben. Mit einem jungen Stellvertreter und der Parität in den engeren Vorständen. Das ist echt ein ganz starkes Zeichen für Erneuerung und für eine moderne CSU." Markus Blume, CSU-Generalsekretär

Söders Wiederwahl wird nicht mehr vom Quotenstreit überlagert 

Das dürfte auch im Sinn von Parteichef Markus Söder sein. Er hatte die Devise ausgegeben, die Partei jünger und weiblicher zu machen, und in den vergangenen Tagen auch immer wieder die Bedeutung der Geschlossenheit betont.

Sein Generalsekretär erwartet nun, dass einem harmonischen Parteitag in einer Woche und einer harmonischen Wiederwahl von Markus Söder nichts mehr im Wege steht: "Wir werden am Freitag in aller Harmonie wählen, und wir werden am Samstag in aller Harmonie dann auch diskutieren und beraten", sagte Blume.

Kramp-Karrenbauer beim Parteitag zu Gast

Spannend könnte nun werden, wie die CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer nächsten Samstag empfangen wird. Die Parteitagsregie dürfte darauf achten, dass hier keine Misstöne laut werden, doch der Auftritt wird auch von der innoffiziellen Debatte um die Kanzlerkandidatur der Union überschattet. Und hier ist in der CSU zu beobachten, dass sich die Begeisterung für eine Kandidatin Kramp-Karrenbauer mittlerweile doch sehr in Grenzen hält.

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