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Kommunalwahlen in Mittelfranken: Viele offene Rennen | BR24

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Kommunalwahl in Mittelfranken: Wo es spannend wird

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    Kommunalwahlen in Mittelfranken: Viele offene Rennen

    Heute wird es ernst, denn an diesem Sonntag wird gewählt – bei schönem Wetter, aber auch unter dem Zeichen der Coronakrise. Auch in Mittelfranken versprechen die Kommunalwahlen, in mehreren Städten spannend zu werden. Hier die wichtigsten Fakten.

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    In Ansbach, der Bezirkshauptstadt des Regierungsbezirks Mittelfranken, strebt Oberbürgermeisterin Carda Seidel ihre Wiederwahl an. Die Parteilose hat bereits zwei Amtszeiten hinter sich und ist eine von nur drei Oberbürgermeisterinnen, die es in Bayern überhaupt gibt. Zur Wahl aufgestellt wurde Seidel auch zu dieser Wahl wieder von einem Bündnis der "Bürgerinitiative Ansbacher Parteilose" und der ÖDP. Um den OB-Posten von Ansbach bewerben sich außer Seidel sechs weitere Kandidierende. Darunter sind zwei Frauen: Kathrin Pollack von der SPD und Elke Homm-Vogel von den Freien Wählern. Die CSU versucht es erneut mit Thomas Deffner als OB-Kandidaten, der Seidel vor sechs Jahren in der Stichwahl deutlich unterlegen war. Für die FDP tritt Rüdiger Silberer an, für die AfD Johannes Meier. Außerdem kandidiert der parteilose Hans-Jürgen Eff.

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    Nürnbergs OB Ulrich Maly (SPD) macht Platz für einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin.

    In Nürnberg nach OB Malys Rückzug alles offen

    Als gänzlich offen gilt die Oberbürgermeisterwahl in Nürnberg. Denn der Amtsinhaber Ulrich Maly tritt nach 18 Jahren nicht mehr an. Der Sozialdemokrat, der während seiner Amtszeit auch langjähriger Präsident des Deutschen Städtetags gewesen ist und bundesweit den Ruf eines erfolgreichen Politikers genießt, hinterlässt große Fußspuren. Zwölf Männer und Frauen bewerben sich um die Nachfolge. Drei davon gelten als besonders aussichtsreich: Thorsten Brehm von der SPD, Marcus König von der CSU und die Grüne Verena Osgyan. Brehm ist Vorsitzender der Nürnberg-SPD. König ist Chef der CSU-Rathausfraktion. Die Grünenpolitikerin ist Abgeordnete im Bayerischen Landtag. Außerdem kandidieren um das Amt des Oberbürgermeisters: Florian Betz (Piraten), Jürgen Dörfler(Freie Wähler), Roland-Alexander Hübscher (AfD), Friedrich Luft (BIA/Heimatliste), Marion Padua (Linke Liste), Christian Rechholz (ÖDP), Philipp Schramm (Die Guten), Titus Schüller (Die Linke) und Ümit Sormaz (FDP). Es wird damit gerechnet, dass erst die Stichwahl entscheidet, wer auf OB Maly folgt.

    Fürther SPD glaubt an überzeugende Wiederwahl von Jung

    In Nürnbergs Nachbarstadt Fürth erwarten die Sozialdemokraten eine Wiederwahl von Thomas Jung. Der 58-jährige SPD-Politiker hat das Amt des Oberbürgermeisters seit 2002 inne. Seine bisher drei Amtszeiten ermöglichten ihm die Wählerinnen und Wähler jedes Mal bereits im ersten Wahlgang. Zuletzt gewann er gegen seine Konkurrenten mit einem Ergebnis von 73 Prozent. 2008 kam Jung aber noch auf 80,1 Prozent. Diesmal treten sechs Kandidaten gegen Jung an, darunter auch eine Frau.

    Bleibt Überraschungssieger von Erlangen weiterhin OB?

    Ob hingegen in Erlangen der Sozialdemokrat Florian Janik auf Anhieb die angestrebte Wiederwahl schafft, gilt als unsicher. Bei der vergangenen Wahl 2014 zwang er den Langzeit-OB Siegfried Balleis von der CSU in die Stichwahl – und eroberte überraschend den OB-Sessel. Seither gewannen besonders grüne Themen und die Grünen selbst in Erlangen an Zustimmung. Daher macht sich die OB-Kandidatin der Grünen, Susanne Lander-Cassens, Hoffnungen. Doch ist auch mit der CSU zu rechnen. Die Christsozialen haben mit Jörg Volleth einen profilierten Kandidaten. Insgesamt treten in der Stadt acht OB-Bewerber an, darunter auch einer der neugegründeten „Klimaliste Erlangen“. Die weiteren Kandidierenden kommen von „Erlanger Linke“, FDP, Freie Wähler/FWG und von der ÖDP.

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    Schwabacher OB Matthias Thürauf (CSU) lässt mit seinem Rückzug vor allem die SPD hoffen

    Schwabacher CSU will OB-Sessel mit neuem Kandidaten behalten

    Eine Veränderung steht auf jeden Fall in Schwabach an. In der 40.000-Einwohnerstadt in der Nähe von Nürnberg tritt Oberbürgermeister Matthias Thürauf von der CSU nach zwei Amtszeiten nicht mehr an. Der 46-Jährige will trotz seiner politisch erfolgreichen Arbeit wieder in seinen Beruf als Jurist wechseln. Die CSU möchte den freiwerdenden OB-Sessel gern mit Michael Fraas besetzen, dem bisherigen Wirtschaftsreferenten der Stadt Nürnberg. Schwabach kam seit Kriegsende bislang mit drei Oberbürgermeistern aus. Davon stellte die SPD 63 Jahre lang das Stadtoberhaupt. Die Sozialdemokraten in Bayerns kleinster kreisfreier Stadt hoffen nun, mit ihrem Kandidaten Peter Reiß den OB-Posten zurückgewinnen zu können. Reiß ist aktuell Zweiter Bürgermeister der Stadt. Im offenen Rennen um die neue Stadtspitze haben noch weitere Kandidaten ihren Hut in den Ring geworfen: Christine Krieg (Grüne), Markus Hoffmann (Freie Wähler) und Axel Rötschke (FDP).

    Bekommt Bayerns dienstältester Grünen-Bürgermeister eine dritte Amtszeit?

    In Lauf an der Pegnitz heißt die Frage: Bekommt Bayerns dienstältester Grünen-Bürgermeister eine dritte Amtszeit? Der 52-jährige Benedikt Bisping von Bündnis90/Die Grünen bewirbt sich jedenfalls dafür. Vor zwölf Jahren gelang es ihm, der CSU das Amt des Ersten Bürgermeisters abzunehmen. Sechs Jahre später verteidigte er sein Amt allerdings wie bei seiner ersten Wahl erst in der Stichwahl. In Lauf im Landkreis Nürnberger Land mit seinen mehr als 26.000 Einwohnern treten neben Bisping drei weitere Bürgermeisterkandidaten an. Von der CSU versucht der bisherige zweite Bürgermeister, Norbert Maschler, das höchste Amt der Stadt zu ergattern. Die SPD schickt Anastasios Pasalidis ins Rennen, die Freien Wähler Thomas Lang.

    Gegen Landrat Kroder treten ausschließlich Frauen an

    Bei den Kommunalwahlen finden in sechs mittelfränkischen Landkreisen auch Landratswahlen statt. Nur in einem Kreis tritt der bisherige Amtsinhaber nicht mehr an. Es ist Landrat Gerhard Wägemann (CSU) aus dem Kreis Weißenburg-Gunzenhausen. Für die Nachfolge kandidieren vier Männer der Parteien CSU, SPD, Freie Wähler und ÖDP. In den Kreisen Ansbach, Fürth, Erlangen-Höchstadt und Neustadt an der Aisch/Bad Windsheim treten die jeweiligen Amtsinhaber der CSU zur Wiederwahl an. Im Landkreis Nürnberger Land will der Freie Wähler Armin Kroder sein Amt als Landrat verteidigen. Gegen ihn kandidieren ausschließlich Frauen, aufgestellt von CSU, Grünen und der FDP. Im einzigen Landkreis Mittelfrankens, in dem die SPD einen Landrat stellt, findet am 15. März wegen eines anderen Wahlturnus keine Landratswahl statt.

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