BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Kommunalwahl: Wohl Briefwahl-Rekord in Ostbayern | BR24

© BR/Marcel Kehrer

Ein eigener Briefkasten für Briefwahl.

Per Mail sharen

    Kommunalwahl: Wohl Briefwahl-Rekord in Ostbayern

    Für die Kommunalwahl am Sonntag rechnen die Städte und Gemeinden in Niederbayern und der Oberpfalz mit einem Rekord an Briefwahl-Stimmen. Grund dafür ist nicht nur die Corona-Problematik.

    Per Mail sharen

    Viele Städte in Niederbayern und der Oberpfalz verzeichnen ein größeres Interesse an der Briefwahl als bei vergangenen Kommunalwahlen. Einer der Spitzenreiter könnte die kleine Gemeinde Gleißenberg im Landkreis Cham sein. Hier haben von 750 Wahlberechtigten 500 die Briefwahl beantragt. Doch auch in größeren Städten zeichnet sich ein hoher Anteil an Briefwählern ab.

    Überall hoher Briefwahl-Anteil

    In Pfarrkirchen (Lkr. Rottal-Inn) haben nach jetzigem Stand 41,6 Prozent der Wahlberechtigten Briefwahl beantragt. Stark gestiegen ist die Nachfrage nach der Briefwahl in Dingolfing. 2014 hatten noch etwa 19 Prozent der Wahlberechtigten Briefwahlunterlagen beantragt, in diesem Jahr waren es zum jetzigen Zeitpunkt bereits über 30 Prozent. Währenddessen lag das Briefwahlinteresse in Regensburg, Passau, Landshut, Straubing, Neumarkt in der Oberpfalz und Amberg bei etwa einem Drittel der Wahlberechtigten.

    Fragen per Telefon statt im Wahllokal

    Für Martin Schafbauer vom Wahlamt in Amberg ist die höhere Nachfrage bei der Briefwahl deutlich spürbar, denn seit Tagen stehe sein Telefon nicht mehr still. "Viele, die sonst ins Wahllokal gegangen sind, haben nun Briefwahl beantragt", sagte er. Da die Kommunalwahl komplizierter als andere Wahlen sei, würden viele Briefwähler einfache Fragen haben. Diese konnten sonst im Wahllokal vor Ort beantwortet werden, jetzt sei dagegen er stärker gefragt.

    Gründe für Briefwahl nicht nur Corona

    Jedoch ist der Ansturm auf die Briefwahlunterlagen nicht unbedingt nur der Ausbreitung von Corona zuzurechnen. Denn das Interesse an der Briefwahl sei schon hoch gewesen, als Corona noch gar kein Thema war. "Wegen den riesigen Stimmzetteln wollen die Leute lieber in Ruhe zuhause wählen. Außerdem gibt es generell eine Tendenz zur Briefwahl, von Wahl zu Wahl steigen die Zahlen", sagte Bernhard Gerlach, der sich in Pfarrkirchen um die Abwicklung der Wahl kümmert. Günther Finsterhölzl, Leiter des Bürgerbüros in Landshut, sieht einen wichtigen Grund ebenfalls in den großen Stimmzetteln und auch darin, dass es so umständlich sei, die Wahlzettel im Wahlbüro zu entfalten. "Schon gleich zu Anfang gab es einen Run auf die Briefwahlunterlagen. Grund dafür sind auch die QR-Codes, die das Beantragen online sehr einfach machen."

    Wahllokale mit Desinfektionsmittel ausgestattet

    Auch in Passau ist die Anzahl der Briefwähler angestiegen. Die Stadt reagiert aber auch in den Wahllokalen auf die Corona-Epidemie. Flüssigseife und Handdesinfektionsmittel sei ausreichend vorhanden. "Jeder kann seinen eigenen Kugelschreiber haben", sagt der stellvertretende Wahlleiter Karl Heinz Auerbeck. Sollten die Stifte ausgehen, würden die Stifte zwischenzeitlich desinfiziert.

    Teilweise werden Wahlhelfer knapp

    In manchen Städten wirkt sich die jetzige Situation jedoch auf die Wahlhelfer aus, zum Beispiel in Landshut. "Extrem viele Wahlhelfer sagen ab, verstärkt in den letzten Tagen. Stündlich bekommen wir Absagen. Das könnte schon mit Corona zusammenhängen", so Finsterhölzl. Ersatz an Wahlhelfern gebe es zwar, aber natürlich nicht unbegrenzt. In anderen Städten aber gebe es keinen großen Unterschied zu früheren Wahlen, wie zum Beispiel in Pfarrkirchen und Regensburg. Auch in Dingolfing gebe es keine Veränderung, wie das Wahlamt dort mitteilt. Zwar melden sich manche Helfer kurzfristig krank, das sei aber auch bei anderen Wahlen der Fall.