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Kommunalwahl in Schwaben: Die Qual der Wahl | BR24

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Kommunalwahl in Schwaben: Wo es spannend wird

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    Kommunalwahl in Schwaben: Die Qual der Wahl

    Von Landespolitikern bis zu politischen Neulingen – bei der Kommunalwahl in Schwaben herrscht die Qual der Wahl. Die spannendsten Entscheidungen treffen dabei die Wähler in Augsburg und den Landkreisen Günzburg und Oberallgäu.

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    21 Zentimeter breit und 45 Zentimeter hoch wird er sein, der Wahlzettel für die Wahl des neuen Oberbürgermeisters oder der neuen Oberbürgermeisterin in Augsburg. 13 Parteien und Gruppen – und damit fast alle, die auch für den Stadtrat kandidieren – stellen einen eigenen Kandidaten. Fünf Frauen und acht Männer gehen ins Rennen.

    Bürgermeisterin tritt gegen Ordnungsreferent an

    Das Rathaus der drittgrößten Stadt Bayerns war unter Oberbürgermeister Kurt Gribl fest in der Hand der CSU. Große Chancen werden dementsprechend auch seiner möglichen Nachfolgerin, der derzeitigen Bürgermeisterin Eva Weber, eingeräumt. Mit dem bisherigen Ordnungsreferent Dirk Wurm von der SPD bekommt sie aber Konkurrenz von einem anderen bekannten Augsburger Politiker. Auch Grüne, FDP und AfD stellen eigene Kandidaten und Kandidatinnen, aber auch kleinere politische Augsburger Gruppen.

    Zwei Landtagsmitglieder und ein Ex-Minister wollen Günzburger Landrat werden

    Mit bekannten politischen Gesichtern haben es auch die Wähler im Landkreis Günzburg zu tun. Der ehemalige bayerische Verkehrs- und Bauminister Hans Reichhart hat Anfang Februar seinen Ministerposten aufgegeben, um für das Amt des Landrats in seinem Heimatlandkreis zu kandidieren. Konkurrenz bekommt er von gleich zwei Landtagsmitgliedern: Max Deisenhofer von den Grünen und Gerd Mannes von der AfD.

    Auch die Linke (gemeinsam mit der Piratenpartei) und die SPD treten mit Rudolf Ristl und Luise Bader mit eigenen Kandidaten an. Ob sich die Landratswahl in Günzburg schon am 15. März entscheiden wird ist fraglich – die Spitzenkandidaten rechnen derzeit eher mit einer Stichwahl.

    DOSB-Präsident will Landrat werden

    Nicht nur von den Oberallgäuern beobachtet wird wahrscheinlich die Wahl des dortigen Landrats. Denn für das Amt kandidiert auch der amtierende Präsident des Deutschen Olympischen Sportbunds, Alfons Hörmann (CSU). Er will die Nachfolge seines Parteikollegen Anton Klotz antreten. Politische Erfahrung hat er: Unter anderem war er im Sulzberger Gemeinderat und im Oberallgäuer Kreistag aktiv.

    Seine Kandidatur ist aber umstritten – sein Amt als DOSB-Präsident möchte er nämlich bei einer Wahl nicht aufgeben. "Nicht vereinbar" nannte die beiden Ämter der sportpolitische Sprecher der Grünen im Landtag, Max Deisenhofer, bei Twitter. Andere Möglichkeiten gäbe es für die Oberallgäuer genug: Gleich sieben Parteien, von den Grünen über die Freien Wähler bis zum Bürgerbündnis Oberallgäu, treten mit eigenen Kandidaten bei der Wahl an.

    Nach 16 Jahren ein neuer Oberbürgermeister für Neu-Ulm

    "Du solltest sicher sein, das dein Feuer noch sechs Jahre brennt. Und wenn du diese Sicherheit nicht mehr hast, dann zieh bitte die Konsequenz", so beschreibt Gerold Noerenberg (CSU) selbst die Beweggründe dafür, warum er nach 16 Jahren nicht mehr für das Amt des Oberbürgermeisters in Neu-Ulm kandidiert. Er glaube, dass seiner Stadt "etwas Neues" guttue.

    Dieses "Neue" könnte den Wählern nun zum Beispiel aus dem Bundestag bekannt sein. Nachfolgerin Noerenbergs will nämlich unter anderem seine Parteikollegin, die ehemalige Bundestagsabgeordnete Katrin Albsteiger, werden. Sie hat allerdings auch fünf Gegenkandidaten: Walter Zerb von den Grünen, Roland Prießnitz von den Freien Wählern, Alfred Schömig von der FDP, Karl-Martin Wöhner von der Linken und Antje Esser von Pro Neu-Ulm.

    Nicht nur in Neu-Ulm wird das Amt des Oberbürgermeisters auf jeden Fall neu besetzt: Auch in Lindau, Nördlingen und Donauwörth machen die Amtsinhaber Gerhard Ecker (SPD), Hermann Faul (PWG) und Armin Neudert (CSU) den Chefsessel frei.

    Keine Bürgermeister aber neue Konzepte in die Rathäuser

    Kandidaten für die Bürgermeister- und Oberbürgermeisterämter stellen sie zwar meist nicht, in die Wahllisten für die Stadt- und Gemeinderäte bringen aber trotzdem viele neue politische Gruppen frischen Wind. Drei Beispiele: In Augsburg tritt die "Generation AUX" mit einer eigenen Liste und einem neuen politischen Konzept an. Pragmatische Lösungen statt ideologischer Grenzen wollen sie in die Stadtpolitik bringen und mehr Experten statt Parteikader in die Gremien.

    In Kempten will mit "Future for Kempten" einer der ersten Ortsvereine von "Fridays for Future" politisch aktiv werden. Sie wollen ein Sprachrohr für die Jugend sein und treten unter anderem für eine nachhaltige Verkehrswende in Kempten ein. Die Jugend im Blick hat auch die "Generation KF" in Kaufbeuren. Einer politischen Richtung wollen sie sich nicht zuordnen. Die Mitglieder der "Generation KF" eint stattdessen der Wunsch, Ideen junger Erwachsener in die Kommunalpolitik und den Stadtrat zu integrieren.