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Kommunalpolitik: "Teilweise wird an der Jugend vorbei regiert" | BR24

© BR/Stanislaus Kossakowski

Geht es um Entscheidungen in der Kommunalpolitik, sehen sich Jugendliche oft quasi als "Letzte, die schauen müssen, wo sie bleiben".

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Kommunalpolitik: "Teilweise wird an der Jugend vorbei regiert"

Geht es um Entscheidungen in der Kommunalpolitik, sehen sich Jugendliche oft quasi als "Letzte, die schauen müssen, wo sie bleiben". Der Jugendbeauftragte von Altötting mahnt: Jugendliche sollen sagen, was sie wollen.

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Jugendliche sollten möglichst konkret äußern, was sie wollen. Das ist eines der Ergebnisse des BR-Social-Media-Teams "DemokraWie?", das im Vorfeld der anstehenden Kommunalwahlen diesmal im oberbayerischen Wallfahrtsort Altötting unterwegs war. Die Frage des DemokraWie-Teams lautete: Wird an der Jugend vorbei regiert?

Jugendlicher: "Kommunalpolitik denkt zu wenig an die Jugend"

Der 21-jährige Altöttinger Eric Seiler kritisiert: Es werde eher weniger an Jugendliche gedacht. Zum Beispiel gebe es sehr wenige Angebote für das Nachtleben in der 13.000 Einwohner-Stadt. Auch bedauert der junge Metzgereifachverkäufer, dass in Altötting kein Ersatz für das frühere Kino gesucht werde. Für Ältere werde hingegen viel gemacht, sagt er. "Aber für uns Junge - wir sind halt die Letzten, die schauen müssen wo sie bleiben."

"Die Resignation ist in meinem Alterskreis sehr, sehr groß. Und ich habe mit vielen Freunden gesprochen. Und die haben halt gesagt: Ne, lass stecken. Wir gehen einfach in eine andere Stadt." Eric Seiler, 21 Jahre

Der langjährige Leiter des Jugendtreffs Altötting, Dieter Penninger-Hackl, räumt ein, dass es für junge Leute über 18 Jahren kaum Freizeitangebote gebe. Der Jugendtreff richte sich stark an Jugendliche im Alter von neun bis 17 oder 18 Jahren. „Dann ist es bei uns zu Ende, weil dann die Jugendlichen einfach nicht mehr kommen", stellt Penninger-Hackl fest, der den Jugendtreff über viele Jahre mit aufgebaut hat.

Jugendliche sollen ihre Wünsche äußern - möglichst konkret

Auf die Frage nach einem Verbesserungsvorschlag sagt er: "Jugendliche, die sich beschweren, sollen einfach aufstehen und sagen: Wir wollen! - Und zwar mit einem Konzept." Die Jugendarbeiter würden zwar oft hören: "Wir wollen was ändern", aber dann komme nichts. "Dabei sollen die Ideen ja von den Jugendlichen kommen", erklärt Dieter Penninger-Hackl. Er appelliert:

"Kommt zusammen, schaut was ihr wollt, konkretisiert das Ganze". Dieter Prenninger-Hackl, Leiter des Jugendtreffs Altötting und Neuötting

Damit könne man auf den Jugendtreff, die Stadträte und Bürgermeister zugehen. Das sei das Angebot, das Jugendlichen in den Städten und Gemeinden offenstehe. Eric Seiler hört das gern und zeigt sich zugleich ein wenig überrascht:

"Ich habe nicht gewusst, dass die Instanzen so leicht zu erreichen sind. Also wenn sich da relativ leicht was ändern lässt, dann kann man es durchaus mal ausprobieren." Eric Seiler, 21-jähriger Altöttinger

Das Fazit von DemokraWie-Reporterin Tyra Webster lautet: "Es wird teilweise an der Jugend vorbei regiert." Um das zu ändern, seien aber beide Seiten in der Pflicht: Politiker und Jugendliche. Die jungen Leute müssten sich rühren und Vorschläge machen. So können die Politiker wissen, woran sie arbeiten müssen, wenn sich die Angebote für Jugendliche verbessern sollen.

Das auch auf dem Instagram-Kanal von BR24 (IGTV) veröffentlichte Social Media-Projekt "DemokraWie?" hat sich zum Ziel gesetzt, junge Menschen zu erreichen, die sich bislang kaum für Politik interessieren oder ihr wenig zutrauen.

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