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Kommunale Krankenhäuser erwarten zum Teil Millionenverluste | BR24

© Norbert Steiche/BR-Mainfranken
Bildrechte: picture-alliance/dpa

Ausgefallene Operationen sorgen dafür, dass drei kommunale Kliniken in Unterfranken durch die Corona-Pandemie massive Umsatzrückgänge hinnehmen müssen. Dabei handelt es sich um Beträge im sechsstelligen Bereich.

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Kommunale Krankenhäuser erwarten zum Teil Millionenverluste

Ausgefallene Operationen sorgen dafür, dass drei kommunale Kliniken in Unterfranken durch die Corona-Pandemie massive Umsatzrückgänge hinnehmen müssen. Dabei handelt es sich um Beträge im sechsstelligen Bereich.

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Von
  • Norbert Steiche

Die Kommunalen Krankenhäuser "Klinik Kitzinger Land“, "Hassberg-Kliniken“ und das "Klinikum Main-Spessart“ müssen in der Corona-Pandemie wegen ausgefallenen Operationen zum Teil massive Umsatzrückgänge verbuchen. So rechnet Thilo Penzhorn, der Vorstand der "Klinik Kitzinger Land“ nach einem Gewinn 2019 in Höhe von rund einer Million Euro für das vergangene Geschäftsjahr mit einem Verlust in Höhe von rund einer Million Euro.

40 bis 50 Prozent weniger Belegung

Seit März letzten Jahren registriert die Klinik eine zwischen 40 und 50 Prozent geringere Belegung. Das bedeute Umsatzeinbußen von rund 30 Prozent. Für jedes nicht belegte Krankenhausbett erhielt die Klinik bislang einen täglichen 560 Euro-Zuschuss. Diese Regelung gilt aber nur noch bis zum 11. April. Tamara Bischof, Landrätin des Landkreises Kitzingen und Vorsitzende der "Bayerischen Krankenhausgesellschaft“ sagte gegenüber BR24, dass alleine im Januar 2021 die Belegung aller bayerischen Krankenhäuser 25 Prozent unter dem Vorjahresmonat gelegen habe.

Gleiche Personalstärke

Weiterhin sagte sie: "Wir haben ja auch alle das Personal beschäftigt in der Kapazität, wie wir das glauben und wie der Jahresdurchschnitt der Behandlungen auch war. Insofern ist es ganz wichtig, dass die Liquiditätshilfen weiterlaufen. Das wurde an den Herrn Spahn kommuniziert, dass wir über den 11. April hinaus Liquiditätshilfen für die bayerischen Krankenhäuser benötigen. Wenn das so weiter geht, wie wir das derzeit erkennen können und keine Liquiditätshilfen kommen, dann werden wir in den Verlustbereich in diesem Jahr hineinkommen.“

Millionenverlust aufgrund der Pandemie

Das "Klinikum Main-Spessart“ geht aufgrund der Pandemie von einem effektiven Verlust in Höhe von 4,5 Millionen Euro aus. Die "Haßberg-Kliniken“ mit insgesamt 220 Betten in Haßfurt und Ebern rechnen mit einem Verlust in Höhe von vier Millionen Euro, sagt die Vorstandsvorsitzende Vera Antonia Büchner. Pro freigehaltenem Bett ist der Pauschalsatz für ihre Krankenhäuser sogar von 560 auf 460 Euro pro Tag gesunken. Seit Anfang des Jahres werden in Haßfurt und Ebern wieder planbare Operationen durchgeführt.

Patienten fehlen

Büchner wörtlich: "Man muss ganz klar sagen, es fehlt an den Patienten, aber das merkt man auch an den Arztpraxen, im MVZ merken wir es, der Patient verhält sich schon abwartend." Zum Defizit sagt sie: "Wenn wir ein normales Jahr gehabt hätten mit einer guten Auslastung, wäre es ja nicht soweit gekommen." Bundesweit werden rund 2.000 kommunales Krankenhäuser betrieben.

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