BR24 Logo
BR24 Logo
Bayern

Münchner Stadtrat macht den Weg für Radler frei | BR24

© BR

Mit großer Mehrheit hat der Stadtrat heute den Forderungen des Münchner Radentscheids zugestimmt. Auch der im Bürgerbegehren geforderte Altstadtradling wird umgesetzt.

8
Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Münchner Stadtrat macht den Weg für Radler frei

Mit großer Mehrheit hat der Stadtrat heute den Forderungen des Münchner Radentscheids zugestimmt. Auch der im Bürgerbegehren geforderte Altstadtradlring wird umgesetzt.

8
Per Mail sharen
Teilen

Mit großer Mehrheit hat der Stadtrat heute den Forderungen des Münchner Radentscheids zugestimmt. Das heißt, es soll erstens ein gut ausgebautes Radwegnetz geben und zweitens den sogenannten Altstadtradlring.

1. Bessere Radlwege und mehr Sicherheit

Damit verpflichtet sich die Stadt bis ins Jahr 2025 das Radwegenetz durchgängig und sicher auszubauen. So müssen Radwege auf von Autos stark befahrenen Straßen zukünftig eine Mindestbreite von 2,30 Meter aufweisen. Dazu müssen die Radwege so gestaltet sein, dass Autos dort nicht mehr parken können. An Kreuzungen und Einfahrten muss zukünftig eine Sichtbeziehung zwischen Autos und Radfahrer gegeben sein.

2. Altstadt-Radlring

Auch der im Bürgerbegehren geforderte Altstadtradlring wird umgesetzt. Das heißt, die Stadt muss unverzüglich mit den Planungen eines Radwegs um die Altstadt beginnen.

Vom Stachus über den Odeonsplatz und das Isartor und Sendlinger Tor

Die Route soll wahrscheinlich vom Stachus Richtung Odeonsplatz über die Von-der-Tannstraße weiter zum Isartor verlaufen und über Frauen- und Blumenstraße Richtung Sendlinger Tor und zurück zum Stachus führen.

Immer mehr Radler - und immer mehr Radler-Unfälle

Rund 18 Prozent der Münchner nutzen das Rad. Laut Studie "Mobilität in Deutschland" wird diese Zahl weiter wachsen, dazu kommen künftig die neuen E-Scooter. Zugleich gibt es in der Stadt immer mehr tödliche Verkehrsunfälle mit Radlern - bayernweit hat ihre Zahl zuletzt einen Rekordwert erreicht.

Die Stadt reagierte bisher mit diversen Einzelmaßnahmen wie der Ausweisung von Fahrradstraßen, der Erprobung einer grünen Welle für Radfahrer in Schwabing und des grünen Rechtsabbiegerpfeils sowie einem konsequenteren Vorgehen gegen Radwegparkern. Doch der Ausbau von Radwegen kommt bisher eher schleppend voran, mitunter werden sogar Radwege dem Autoverkehr geopfert.

Anfang Juli hatten mehrere Tausend Radler auf dem Mittleren Ring für breite Radwege, stressfreie Kreuzungen, mehr Fahrradparkplätze und einen lückenlosen Radwegering in München demonstriert - wie der Radentscheid blieb das offenbar nicht ohne Wirkung.

BUND Naturschutz sieht "Zeitenwende"

Der BUND Naturschutz begrüßt das Ja des Stadtrats zu den Rad-Bürgerbegehren und sieht eine Zeitenwende. Mit dem Beschluss mache sich München doch wieder auf den Weg in Richtung Radlhauptstadt, so Thorsten Kellermann vom BUND Naturschutz in München.

Ob das Ziel erreicht werde, hänge davon ab, wie ernst die Stadt die Umsetzung nehme, so Kellermann weiter. Der BUND Naturschutz München werde sehr genau verfolgen, ob beispielsweise beim Umbau des Sendlinger Tor Platzes der Altstadt-Radlring berücksichtigt werde oder nicht.