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Pro: Schulschließungen - drastisch, aber notwendig | BR24

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Stephanie Stauss, BR-Landespolitik

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Pro: Schulschließungen - drastisch, aber notwendig

Schulen dicht, Kitas geschlossen, Besuche in Krankenhäusern und Heimen nur in Ausnahmefällen möglich: Die Maßnahmen der bayerischen Staatsregierung sind drastisch, aber notwendig. Es bleiben jedoch Fragen offen. Ein Kommentar von Stephanie Stauss

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Als "alternativlos" hatten Virologen Schulschließungen bezeichnet. Dass die Staatsregierung dieser Empfehlung jetzt folgt, ist richtig. Die Zahl der Infektionen steigt. Es gilt, Ältere und gesundheitlich Angeschlagene zu schützen, die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Viele Nachbarländer haben schneller reagiert. Aufgrund des Föderalismus in Deutschland müssen jetzt einzelne Länder vorangehen, damit die anderen nachziehen. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) zeigt da Handlungsfähigkeit.

Offene Fragen für Eltern und Wirtschaft

Doch es bleiben Fragen offen. Wie sollen berufstätige Eltern mit minderjährigen Kindern jetzt die Betreuung stemmen? Ja, manche können Homeoffice machen - doch wie soll das mit kleinen Kindern gehen? Und wie die Kinder versorgen, wenn das Arbeiten von zu Hause aus nicht möglich ist? Überstunden abbauen? Urlaub nehmen? Möglichkeiten gibt es, doch trägt das dann auch der Arbeitgeber mit?

Jetzt kommt es darauf an, wie flexibel die Betriebe sein können, denn insbesondere auch sie haben mit den Folgen der Corona-Krise zu kämpfen. Die Staatsregierung will mit dem Bund über Arbeitszeit-Flexibilisierung, Lohnfortzahlung und Sonderurlaub reden. Das sollte sie dann auch bald tun!

Kommunalwahlen trotz Corona

Was sich viele in der Bevölkerung ebenfalls fragen: Warum werden die Kommunalwahlen nicht auch abgesagt, wenn die Lage so dramatisch ist? Virologen versichern, dass die Ansteckungsgefahr im Wahllokal vergleichbar ist mit der im Supermarkt. Die Kommunen haben die Anweisung, auf Hygiene zu achten. Wie sich die Corona-Krise auf die Wahlbeteiligung auswirken wird, ist offen.

Hilfsbereitschaft in der Krise

Trotz der offenen Fragen: Die Entscheidung der bayerischen Staatsregierung bleibt richtig. Jetzt sind alle gefordert. Solidarität und Verständnis sind gefragt.

Wir alle werden uns vorübergehend einschränken müssen. Es kann aber auch eine Zeit sein, in der Hilfsbereitschaft eine Gesellschaft wieder ein Stück zusammenschweißen kann.

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Die Schulschließungen dürften massive Auswirkungen haben. Antworten auf die wichtigsten Fragen gibt der Chef des bayerischen Philologenverbands, Michael Schwägerl.