Zurück zur Startseite
Bayern
Zurück zur Startseite
Bayern

Kommentar: Die CSU ist momentan einfach nicht gut genug | BR24

© picture-alliance/dpa

Joachim Wendler

Per Mail sharen

    Kommentar: Die CSU ist momentan einfach nicht gut genug

    Die CSU hat bei der Landtagswahl so schlecht abgeschnitten, dass ihre Rolle als Volkspartei infrage steht. Der Grund sind vor allem eigene Fehler. Die CSU sollte einfach anfangen, wieder ordentliche Politik zu liefern.

    Per Mail sharen

    Was für ein wunderbarer Anlass für Endzeitbefunde! Nach dem Motto: Die Bayernwahl 2018 ist das Ende der Volksparteien, das Ende der Stabilität in Deutschland. Dergleichen kann man jetzt schon lesen und hören.

    Aber es ist falsch. Die CSU hat schlecht abgeschnitten, so schlecht, dass ihre Rolle als Volkspartei infrage steht. Aber warum? Weil die Gesellschaft immer weiter zersplittert? Weil so viele "Preußen" nach Bayern gezogen sind, die die CSU nicht lieben? So haben CSU-Politiker argumentiert. Es ist auch richtig, aber nicht wichtig. Die CSU hat vor allem wegen eigener Fehler schlecht abgeschnitten.

    Jetzt bloß nicht "genau analysieren"

    Ein nicht sonderlich beliebter Spitzenkandidat, streitendes Führungspersonal, die Kanzlerin weder gestützt noch gestürzt, eigene Ziele verfehlt, auf die falschen Themen gesetzt. Kurz, die CSU ist einfach nicht gut genug. Schon nach der Bundestagswahl hatte Horst Seehofer gesagt: "Wir haben verstanden." Mag sein, aber "verstehen" heißt halt nicht automatisch auch verbessern. Und das muss nun wirklich losgehen! Bitte jetzt bloß nicht "genau analysieren", wie es viele in der CSU fordern. Es wäre verschwendete Zeit. Es würde den Wählerverlust weder verständlicher noch erträglicher machen.

    Schluss mit dem Rumeiern

    Die CSU sollte einfach anfangen, wieder ordentliche Politik zu liefern. Und zwar in München und Berlin. Sie muss mit der CDU die Flüchtlingsfrage endlich beantworten, nicht verdrängen. Sie muss auch die Merkel-Frage beantworten! Es gibt nur Stützen oder Stürzen, aber nicht Stänkern. Und sie muss Schluss machen mit dem Rumeiern bei Diesel, Klimafragen, Wohnungsbau, Digitalisierung. Wenn die CSU das alles macht, dann sind 40 Prozent durchaus drin. Das Gerede vom Ende der Volksparteien ist nur eine Ausrede.

    Mehr zum Thema
    • Landtagswahl: CSU-Alleinherrschaft beendet
    • Hochrechnungen, Direktmandate, Analysen
    Sendung

    B5 Nachrichten

    Autor
    • Achim Wendler
    Schlagwörter