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Kommentar: Die Bilanz zum Schulanfang ist unterschiedlich | BR24

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Jeanne Rubner

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    Kommentar: Die Bilanz zum Schulanfang ist unterschiedlich

    Kultusminister Michael Piazolo zog heute eine Bilanz des Starts in das neue Schuljahr unter Corona-Bedingungen. Er plädierte für flexible Lösungen, die generelle Maskenpflicht im Klassenzimmer soll enden. Ein Kommentar dazu von Jeanne Rubner.

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    • Jeanne Rubner

    Kniebeugen im Park? Mit oder ohne Maske? Oder gar kein Turnen? Schüler und Eltern haben sehr unterschiedliche Erfahrungen mit dem Sportunterricht gemacht. Genauso mit den Hygienevorschriften. Da gibt es Schulen, die ein ausgeklügeltes Wegesystem haben, damit die Kinder sich möglichst wenig begegnen und woanders drängeln sie sich durch eine Eingangstür. Nur zwei Beispiele dafür, wie unterschiedlich der Umgang mit dem Virus ist. Nicht überraschend also, dass die Bilanz des Schulanfangs ebenso unterschiedlich ausfällt. Das Virus ist eine demokratische Zumutung, hat Kanzlerin Merkel gesagt. Man könnte hinzufügen: Das Virus ist eine Zumutung für unser Sicherheitsbedürfnis.

    Die Schulöffnung war richtig

    Es gibt immerhin eine gute Nachricht zwei Wochen nach dem Schulstart in Bayern. An den Schulen ist es nicht zu massenweise Infektionen gekommen, tendenziell sind Schüler und Lehrer sogar seltener Corona-positiv als der Bevölkerungsdurchschnitt. Die Schulen sind demnach keine Infektionsherde, es war richtig, sie zu öffnen und auf Präsenzunterricht für alle zu setzen. Natürlich steigt überall dort, wo Menschen über mehrere Stunden zusammenkommen, das Infektionsrisiko. Damit müssen Eltern, Lehrer und Schüler leben – sei es um den Preis einer Maskenpflicht auch im Klassenzimmer. Masken sind besser als Distanzunterricht, bei dem zu viele Kinder abgehängt werden.

    Regeln für alle kann es nicht geben

    Man muss damit rechnen, dass im Herbst die Infektionszahlen wieder steigen. Zumindest lokal wird es immer wieder Ausbrüche geben und über Nacht kann eine Stadt oder ein Landkreis zum Risikogebiet werden. Die Gesundheitsämter und Schulbehörden werden darauf reagieren müssen, sehr lokal. Denn es kann keine klaren Regeln für alle geben. Wir werden noch eine Weile mit der Unsicherheit leben müssen. Das kann auch bedeuten, dass in der einen Schule Maskenpflicht im Klassenzimmer verordnet wird oder sogar Distanzunterricht, in der anderen Schule 20 Kilometer weiter aber nicht. Zu Recht sieht der Drei-Stufen-Plan des Kultusministeriums nur Szenarien vor, aber keine Vorschriften für alle.

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