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Kommentar: Die AfD ist antibürgerlich und rassistisch | BR24

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Nikolaus Neumaier, Leiter BR-Landespolitik.

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    Kommentar: Die AfD ist antibürgerlich und rassistisch

    Der AfD-Landesparteitag in Greding macht einmal mehr deutlich: Die AfD sät Hass und stachelt ihre Anhänger auf, ihren Funktionären fehlt es an Anstand - und das Bürgerliche ist nur Fassade, kommentiert Nikolaus Neumaier, Leiter der BR-Landespolitik.

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    Wer noch Zweifel an der tatsächlichen Orientierung der AfD hatte, weiß jetzt Bescheid. Die AfD ist keine bürgerliche Partei, sondern rechtsradikal. Für diese Erkenntnis hat beim Parteitag der AfD der bisherige Landesvorsitzende Martin Sichert gesorgt, weil er offenbar die Stimmen der radikalen AfD-Parteigänger gewinnen wollte.

    Sichert beleidigte Markus Söder, Horst Seehofer und Angela Merkel als "Hure", "Stiefellecker" und "Domina". Der AfD-Funktionär offenbarte einen Stil, der zutiefst unbürgerlich ist. Wer bürgerlich sein will, sagt so was nicht, weil es sich nicht gehört, weil es das Gegenteil von respektvollem Umgang in einer zivilisierten Gesellschaft ist.

    Das Bürgerliche ist nur Fassade

    Den AfD-Funktionären fehlt es an Anstand. Das Bürgerliche ist nur Fassade. Eine AfD, die sich so gebärdet, wie wir es gerade erleben, unterscheidet sich nicht mehr groß von der NSDAP. Wie die Nazis sät die AfD Hass und stachelt ihre Anhänger auf. Das Auftreten ist völkisch und nationalistisch. Es ist der Geist von "Deutschland, Deutschland über alles" und "am deutschen Wesen soll die Welt genesen".

    Für die Bürgerlichen in den Reihen der AfD-Abgeordneten, aber auch für die AfD-Wähler ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, sich zu entscheiden: mit den Nazis oder mit den Demokraten. Es braucht niemand mehr zu kommen und von Ausrutschern zu reden. Was AfD-Funktionäre von sich geben, sind keine Ausrutscher, so wie die NS-Diktatur auch kein Vogelschiss in der Geschichte war.

    Die Wähler sollten sich entscheiden

    Die AfD will eine andere Gesellschaft und ein anderes Land. Sie verbreitet den Unfug vom Austausch der deutschen Bevölkerung und predigt die Ideologie vom reinrassigen Deutschsein. Dass es dieses nie gab, dass große Deutsche wie Goethe für Vielfalt, Internationalität und vor allem gegen Einfalt und Einfachmacherei standen, verschweigen auch die, die es besser wissen, wie der gebildete AfD-Vorsitzende Alexander Gauland oder auch der gelernte Lehrer Björn Höcke.

    Die Wähler wissen jetzt, woran sie sind - und sollten sich entscheiden, ob sie mit den Rassisten und Hetzern mitheulen oder die Nazis alleine lassen wollen.

    Ein Kommentar von Nikolaus Neumaier, Leiter der BR-Landespolitik