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Kolbermoor: TU-Forschungsprojekt zum Bauen auf Seeton | BR24

© Dagmar Bohrer-Glas

So sieht Seeton aus

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    Kolbermoor: TU-Forschungsprojekt zum Bauen auf Seeton

    Die TU München plant ein größeres Forschungsprojekt zum Bauen auf Seeton. Das instabile Gemisch erschwert beispielsweise im Raum Rosenheim Bauvorhaben. Geforscht werden soll auf einem Versuchsgelände in Kolbermoor. Die Stadt reagiert zurückhaltend.

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    Es sieht aus wie Ton, ist dunkelgrau, wasserdurchlässig und instabil: Seeton. Der feinkörnige Boden kommt in Bayern auch am Starnberger See und am Bodensee vor. In Rosenheim und Umgebung sorgt die weiche Schicht im Untergrund immer wieder für Ärger.

    Die Neubaupläne der Volksbank Rosenheim sind wegen des Seetons geplatzt. Auf der neuen B15, der Rosenheimer Westtangente, musste die Straße bereits auf einem Abschnitt saniert werden, weil die Fahrbahn nach unten sackte.

    TU München sieht dringenden Handlungsbedarf bei Seeton

    In Südbayern boomt die Wirtschaft, weitere Bauvorhaben sind zu erwarten. Die TU München sieht deshalb dringenden Handlungsbedarf und will Seeton nun genauer erforschen. In Zusammenarbeit mit in Bayern ansässigen Unternehmen sollen z.B. Tiefgründungen mit Pfählen sowie Bodenverfestigungsmaßnahmen hinsichtlich Eignung, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit untersucht werden.

    Seeton-Forschungsprojekt bei Kolbermoor geplant

    Auf einem rund 5.000 Quadratmeter großen Grundstück der Versuchsstation Karolinenfeld, die von der Landesanstalt für Landwirtschaft betrieben wird, soll der Seeton erforscht werden. Wie verhält sich der Boden bei Stützen und Pfählen, welche geeigneten Strategien gibt es und welche Berechnungsmethoden? Die Ergebnisse sollen u.a. die Grundlage für bessere Bauvorschriften bilden, so die TU München. Das Projekt ist auf 36 Monate angelegt.

    Kolbermoorer Stadträte wollen mehr Informationen

    Der Stadtrat von Kolbermoorer hat den ersten Antrag allerdings abgelehnt. Man brauche noch mehr Informationen, insbesondere was den zu erwartenden Lärm und die Erschütterungen angeht, um das Vorhaben besser beurteilen zu können, so Bürgermeister Peter Kloo. Der Boden trage den Schall in der Gegend kilometerweit.

    Rund um das geplante Testfeld hat die TU München nach eigenen Angeben bereits mit den Anwohnern gesprochen. Lärm sei nur an wenigen Tagen zu erwarten und die Häuser würden, was die Erschütterungen angeht, überwacht.

    TU München will dranbleiben

    Die TU München will die offenen Fragen bald klären und die Baugenehmigung zügig erwirken. Derartige großmaßstäbliche Versuche seien weltweit sehr selten. Die teilnehmenden Unternehmer und Firmen würden das Projekt von Anfang bis zum Ende begleiten - von der Baugrunderkundung bis hin zur Bauüberwachung.

    Auch das sei bei Bauforschung extrem selten, so die TU München, die die Kosten des Projekts auf 1,8 Millionen Euro beziffert.

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