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Kolbermoor: Mahnfeuer gegen Brennernordzulauf | BR24

© BR / Martin Breitkopf

Mehr als hundert Gegner des geplanten Brenner-Nordzulaufs haben am Samstagabend in Kolbermoor im Landkreis Rosenheim ihre Sorge zum Ausdruck gebracht. Sie befürchten durch die Baumaßnahme große Einschnitte in die Natur.

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Kolbermoor: Mahnfeuer gegen Brennernordzulauf

Mehr als hundert Gegner des geplanten Brenner-Nordzulaufs haben am Samstagabend in Kolbermoor im Landkreis Rosenheim ihre Sorge zum Ausdruck gebracht. Sie befürchten durch die Baumaßnahme große Einschnitte in die Natur.

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Besorgte Bürger haben sich am Samstag nach Einbruch der Dämmerung in der Aiblinger Au im Stadtgebiet von Kolbermoor versammelt. Sie wollen den geplanten Brennernordzulauf durch ihre Region verhindern. Aus Protest haben sie ein großes Mahnfeuer entzündet und die Bevölkerung zur Demonstration aufgerufen.

Mehr als hundert Menschen waren dem Aufruf der Bürgerinitiative "Nordzulauf Kolbermoor" gefolgt und kamen zu der Veranstaltung. Einige hatten Banner mitgebracht - mit Aufschriften wie "Stoppt die Planung" oder "Gemeinsam gegen die Zerstörung unserer Heimat". Diese ragten zwischen den lodernden Flammen in den dunklen Himmel. Um zu zeigen, wie groß die Einschnitte in die Natur durch die notwendigen Brückenbauwerke sein können, wurde ein sechs Meter hohes und sechs Meter breites Brückenmodell aufgebaut. Mit einer Protestrede wehrten sich die Vertreter der Kolbermoorer Bürgerinitiative gegen die aktuellen Planungen. Sie befürchten unter anderem große Einschnitte in der Natur.

Fünf Trassenvarianten werden diskutiert

Aktuell überplant die Deutsche Bahn fünf Trassenvarianten. Drei davon führen westlich an Rosenheim vorbei und gehen über Kolbermoorer und Aiblinger Gebiet. Die Kolbermoorer Bürgerinitiative mit über 1.200 Mitgliedern möchte die Streckenführungen verhindern.

Daneben sind zwei mögliche Bahnstrecken östlich von Rosenheim weiterhin im Rennen. Diese beiden Varianten knüpfen bei Niederaudorf an die bestehende Strecke im Inntal an. Im Norden verbinden sich beide Trassen entweder bei Großkarolinenfeld oder bei Aubenhausen. Im Süden unterscheiden sich die möglichen Trassen durch die Tunnelanteile. Bei den drei Varianten westlich von Rosenheim gibt es südlich und nördlich jeweils mehrere Möglichkeiten für Verknüpfungsstellen mit der bestehenden Strecke.

Scheuer will Neubaustrecke für Brenner-Nordzulauf

Das Bundesverkehrsministerium beabsichtigt eine zweigleisige Neubaustrecke für den Brenner-Nordzulauf mit einer maximalen Streckengeschwindigkeit von 230 km/h. Der sogenannte Brenner-Nordzulauf soll die Zug-Kapazitäten zum Brenner Basistunnel erhöhen. Durch den Tunnel unter dem Alpenhauptkamm, an dem in Italien und Österreich gebaut wird, können voraussichtlich ab 2028 täglich bis zu 400 Züge rollen. Der Brenner Basistunnel soll nach Fertigstellung eine Gesamtlänge von 64 Kilometern haben und wird damit die längste unterirdische Eisenbahnverbindung der Welt sein. Die Fahrt durch den Brenner Basistunnel soll 25 Minuten dauern. Bisher dauert die Zugfahrt zwischen Innsbruck und Franzensfeste 80 Minuten.