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Kohlkopf-Test: So gefährlich sind illegale Silvesterböller | BR24

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Immer wieder warnt die Bundespolizei vor illegal eingeführten Silvester-Böllern. Jetzt haben BR24-Reporter getestet, wie gefährlich die in Tschechien gekaufte Pyrotechnik wirklich sein kann. Das Ergebnis ist explosiv.

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Kohlkopf-Test: So gefährlich sind illegale Silvesterböller

Immer wieder warnt die Bundespolizei vor illegal eingeführten Silvester-Böllern. Jetzt haben BR24-Reporter getestet, wie gefährlich die in Tschechien gekaufte Pyrotechnik wirklich sein kann. Das Ergebnis ist explosiv.

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Die Beamten der Bundespolizei in Waidhaus im Kreis Neustadt an der Waldnaab haben eine drastische Präsentation vorbereitet, um die Gefährlichkeit illegaler Silvesterböller zu demonstrieren: Sie stecken je einen in Deutschland und in Tschechien gekauften Böller gleicher Größe in einen Kohlkopf und zünden diese.

Vom gesprengten Krautkopf bleiben nur Fetzen

Der Kohlkopf mit dem deutschen Böller ist nach der Explosion gespalten, die Reste des Krachers stecken noch in dem Krautkopf. Den Kohlkopf mit dem Böller aus Tschechien hat es dagegen komplett zerfetzt - von ihm bleiben nur noch Krautfetzen übrig, die meterweit verteilt liegen.

Sprengkraft der Böller aus Asien ist unkalkulierbar

Kurz vor Silvester warnt die Bundespolizei in Waidhaus wie jedes Jahr vor Billig-Böllern aus Tschechien. Die Einfuhr der Pyrotechnik stelle nicht nur eine Straftat dar, die Wirkung der Böller sei auch unkalkulierbar, das Abbrennen damit sehr gefährlich. Die Böller mit den Namen "La Bomba" oder "Dum Bum", die in Asien hergestellt und auf den nahegelegenen Asiamärkten an der tschechischen Grenze günstig verkauft werden, sind nicht von einer unabhängigen Stelle kontrolliert.

Die Sprengstoff-Mischungen unterscheiden sich der Polizei zufolge zum Teil erheblich von Böllern, die in Deutschland verkauft und kontrolliert werden. Häufig sind die aufgedruckten Prüfzeichen auf den asiatischen Krachern gefälscht, warnen die Bundespolizisten.

Illegale Pyrotechnik: Jeder dritte Tag ein Fund

Die Dienststelle in Waidhaus betreut rund 100 Kilometer Grenze - die Beamten verzeichnen hier die drittmeisten Aufgriffe von illegalen Böllern in Deutschland, so Gerhard Höfler, der Chef der Bundespolizei in Waidhaus. Gerade im Dezember und kurz vor Silvester steigen die Zahlen erheblich an. Statistisch beschlagnahmen die Fahnder jeden dritten Tag illegale Pyrotechnik. Heuer sind es bereits 100 Kilo, darunter mannshohe Raketen, Kugelbomben oder ein Böller mit insgesamt 120 Gramm Sprengstoff.

Täter zahlen Strafe und für die Entsorgung

Das Einführen dieser Böller ist eine Straftat nach dem Sprengstoffgesetz und wird von der Staatsanwaltschaft in der Regel mit Geldstrafe belangt. Dazu muss der Täter auch die Entsorgung zahlen, also den Spezial-Transport zu einer Entsorgungs-Firma plus die Entsorgung selbst, die fünf Euro pro Kilo Sprengstoff kostet.

Die Bundespolizei rät, generell die Finger von den billigen und lauten Krachern aus Tschechien zu lassen. Als Privatperson könne man den Unterschied zwischen den asiatischen und den deutschen Böllern nicht erkennen, so die Experten.

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Immer wieder warnt die Bundespolizei vor illegal eingeführten Silvester-Böllern. Jetzt haben BR24-Reporter getestet, wie gefährlich die in Tschechien gekaufte Pyrotechnik wirklich sein kann. Das Ergebnis ist explosiv.