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Kohle-Kraftwerk Staudinger wird deutlich früher abgeschaltet | BR24

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Das Kohle-Kraftwerk Staudinger im hessischen Großkrotzenburg nahe der bayerischen Grenze wird deutlich früher abgeschaltet als bisher geplant. Wie der Betreiber Uniper mitteilt, soll die Anlage bis spätestens Ende 2025 stillgelegt werden.

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Kohle-Kraftwerk Staudinger wird deutlich früher abgeschaltet

Das Kohle-Kraftwerk Staudinger im hessischen Großkrotzenburg nahe der bayerischen Grenze wird deutlich früher abgeschaltet als bisher geplant. Wie der Betreiber Uniper mitteilt, soll die gesamte Anlage bis spätestens Ende 2025 stillgelegt werden.

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Von
  • Klaus Rüfer

Wie der Betreiber Uniper mitteilt, soll das Kohle-Kraftwerk bei Großkrotzenburg am Untermain bis spätestens Ende 2025 stillgelegt werden – als "freiwilliger Beitrag zum Kohleausstieg", so der Energiekonzern. Bisher war die Stilllegung für spätestens 2036 geplant. Betreiber Uniper betonte, dass es für die Abschaltung alter Kraftwerke "keine Entschädigungszahlungen erhält".

Strom für zwei Millionen Menschen aus Großkrotzenburg

Staudinger ist nach Angaben von Uniper das größte konventionelle Kraftwerk in Hessen und steht direkt an der Landesgrenze zu Bayern. Der Kraftwerksstandort Staudinger kann bislang bis zu zwei Millionen Menschen mit Strom versorgen. Zuletzt waren dort rund 120 Menschen beschäftigt. Durch die Stilllegung alter und ineffizienter Anlagen würden die Emissionen um bis zu 40 Prozent zurückgehen, so Uniper.

Ein Kraftwerk geht ans Netz, andere werden stillgelegt

Uniper will nach der Inbetriebnahme des umstrittenen Kraftwerks im nordrhein-westfälischen Datteln seine anderen Steinkohlekraftwerke schrittweise abschalten. Die Blöcke 1 bis 3 sind bereits seit Jahren stillgelegt. Block 4 wird mit Erdgas befeuert und dient als Reservekapazität, der nur bei Bedarf ans Netz geht. Block 5 läuft nur neun Monate pro Jahr.

Abschaltungstermin überrascht Bürgerinitiative nicht

Die Nachricht, dass das Steinkohle-Kraftwerk Staudinger bereits im Jahr 2025 abgeschaltet wird, löst bei der Bürgerinitiative "Stopp Staudinger" keine große Überraschung aus. Wie Winfried Schwab-Posselt, Sprecher der Initiative, im BR-Gespräch erzählte, haben er und die Bürgerinitiative bereits damals darauf aufmerksam gemacht, dass das Kraftwerk nach 2025 nicht mehr wirtschaftlich sein könne. Die Bürgerinitiative habe damals schon mit einem Ende des Kraftwerks 2025 gerechnet. "Wir werden aber ein Auge auf das haben, was am Kraftwerkstandort weiter passiert", so Schwab-Posselt weiter. Wenn dort zukünftig statt Kohle beispielsweise Sondermüll oder Tierkadaver verbrannt werden würden, werde die Bürgerinitiative wieder auf die Barrikaden gehen.

Großkraftwerk seit Jahren in der Kritik

Auch und gerade auf bayerischer Seite gibt es seit Jahren erheblichen Widerstand gegen das Großkraftwerk am Main. Kritisiert wird unter anderem die Belastung der Umwelt durch Abgase und die Erwärmung des Mains durch Kühlwasser. Die Bürgerinitiative "Stopp Staudinger" hatte sich vor Jahren hauptsächlich gegen die Erweiterung des Kraftwerks um einen Block 6 eingesetzt – auf diese Erweiterung wurde dann 2012 verzichtet.