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Königsplatz-Attacke: Männer fordern Entschädigung für U-Haft | BR24

© picture alliance/Stefan Puchner/dpa

Archivbild: Trauer nach Gewalttat am Augsburger Königsplatz

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    Königsplatz-Attacke: Männer fordern Entschädigung für U-Haft

    Ein Vater wird am Nikolaustag 2019 am Augsburger Königsplatz getötet. Die Staatsanwaltschaft hat nun gegen drei junge Männer Anklage erhoben. Zwei weitere Männer, die anfangs in U-Haft landeten, fordern Entschädigung.

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    Der Vorfall sorgte für bundesweites Aufsehen: Bei einer Auseinandersetzung mit einer Gruppe von sieben Jugendlichen erlitt ein 49-jähriger Mann am Augsburger Königsplatz am Nikolaustag einen tödlichen Schlag. Die jungen Männer kamen zunächst in Untersuchungshaft. Nach einer erfolgreichen Verfassungsbeschwerde wurden sechs von ihnen im März wieder entlassen. Seitdem sitzt nur noch der mutmaßliche Haupttäter in U-Haft.

    Anwalt spricht von später Einsicht

    Gegen drei Heranwachsende hat die Augsburger Staatsanwaltschaft Anklage erhoben. Nun melden sich die Anwälte von zwei weiteren jungen Männern zu Wort. Für Rechtsanwalt Werner Ruisinger bedeutet die Anklageerhebung, "dass auch die Staatsanwaltschaft nunmehr zu der reichlich späten Einsicht gelangt ist, dass mein Mandant – wie von Anfang an klar gestellt wurde – keine strafbare Handlung begangen hat".

    Anwalt: Zu Unrecht in Untersuchungshaft

    Er sei folglich "zu Unrecht in Untersuchungshaft" gesessen und müsse "dafür zu Lasten der Staatskasse entschädigt werden", sagte der Anwalt dem BR. Sein Mandant sei abseits gestanden, als der tödliche Schlag erfolgte. Auch Anwalt Walter Rubach hofft für seinen Mandanten auf eine Entschädigung für Strafverfolgung - "und hoffentlich öffentliche Rehabilitierung".

    Abrücken vom Bandenvorwurf

    Der Mandant von Anwalt Moritz Bode hingegen ist einer der drei Verdächtigen, gegen die jetzt Anklage erhoben worden ist. Der 20-Jährige soll zusammen mit einem weiteren jungen Mann den Begleiter des 49-jährigen Getöteten geschlagen und verletzt haben und ist deshalb auch wegen Körperverletzung angeklagt. Er werte die Anklageerhebung dennoch als positiv, so Bode heute zum BR, "weil der Bandenvorwurf zerpflückt worden" sei und nicht mehr alle aus der Gruppe bezüglich einer Beihilfe "in einen Topf" geworfen würden.

    Körperverletzung mit Todesfolge

    Ursprünglich hatte die Staatsanwaltschaft sieben Beschuldigte im Fokus. Nach der Anklageerhebung gehe die Staatsanwaltschaft nur noch von einer Körperverletzung mit Todesfolge aus, der Tötungsvorsatz sei weggefallen, so Bode.

    Hauptangeklagter weiterhin in U-Haft

    Der 17 Jahre alte Hauptangeklagte, der den tödlichen Schlag geführt haben soll, sitzt nach wie vor in U-Haft. Die Haftbefehle gegen die weiteren Gruppenmitglieder wurden bereits im März 2020 aufgehoben.

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