BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

NEU

Ärger um Thai-König: Was die Garmischer dazu sagen | BR24

© pa/Steffi Adam/Geisler-Fotopress

König Maha Vajiralongkorn von Thailand residiert mit seinem Hofstab im Vier-Sterne-Hotel Grand Hotel Sonnenbichl.

Per Mail sharen

    Ärger um Thai-König: Was die Garmischer dazu sagen

    Außenminister Maas ermahnte den thailändischen König, seine Amtsgeschäfte nicht von Bayern aus zu führen. Rund 9.000 Kilometer weiter demonstriert das thailändische Volk. Die Garmischer hingegen bekommen vom König selbst dagegen wenig mit.

    Per Mail sharen

    Der thailändische König Maha Vajiralongkorn ist schon seit Kindheitstagen gern im Ausland unterwegs. Er besuchte Privatschulen in England und Australien, in den sechziger Jahren lebte er am Genfer See in der Schweiz. Und auch in Bayern hält sich der König gerne auf: Neben seiner Zweitresidenz in Tutzing steigt der thailändische König regelmäßig im Grand Hotel Sonnenbichl in Garmisch-Partenkirchen ab.

    Königliche Zeit im Lockdown

    Mit seiner Entourage soll er dort einhundert Suiten und Zimmer dauerhaft bewohnen – trotz Covid-19, trotz Lockdown im März und trotz vorübergehendem Beherbergungsverbot. "In Normalzeiten wäre mir das völlig egal“, sagt eine Garmischerin. "Aber zu Corona-Zeiten finde ich es nicht sehr überzeugend, wenn es Ausnahmen gibt von den Regeln, die für alle gelten."

    Feinkosthändler und Hotels bekommen gute Aufträge

    Andere sagen, der König sichere so zumindest den Fortbestand des Hotels und auch Feinkosthändler würden immer wieder lukrative Aufträge bekommen. Viel gesehen wird der thailändische König im Garmischer Raum aber nicht. Und wenn, dann eher in einem Pulk von Menschen: Er lässt sich schützen. Eine Ammertalerin hat ihn neulich beim Fahrradfahren beobachtet. "Den habe ich schon hier getroffen beim Radlfahren mit ganzem Gefolge, fünfzig bis sechzig Mann, alle mit Rennrad. (...) Sportlich motiviert waren sie. "

    Bundesaußenminister: Freizeit ja, Politik nein

    Im Winter geht der König wohl gerne Skifahren. Doch fraglich ist, ob es während seiner Aufenthalte bei Freizeitaktivitäten bleibt oder ob der König hier auch Amtsgeschäfte führt. Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) drohte dem thailändischen König bereits mit Konsequenzen und auch in Thailand selbst sind am Montag wieder rund 1.000 Demonstranten auf die Straße gegangen.

    "Also was man hört, ist er ja oft hier und nicht nur ab und zu in Thailand. Das finde ich eigentlich nicht so gut", sagt eine Garmischerin dem BR. "Der gehört in sein Land und Thailand ist im Grunde eine Militärdiktatur, da gibt es eigentlich sehr viel zu tun."

    König soll sich wie alle anderen an die Corona-Regeln halten

    Ein weiterer Passant sagt: "Gesehen habe ich ihn noch nie, einerseits bin ich der Meinung, dass es jedem frei überlassen ist, wo er sich aufhalten möchte und wo nicht, allerdings finde ich es auch nicht ganz richtig, wenn ihm irgendwelche Sonderrechte eingeräumt werden, gerade was Covid19 angeht, dass er sich, nur, weil er der König ist und weil er hier in Bayern sein möchte, an Regeln nicht hält."

    Privatmaschine am Münchner Flughafen geparkt

    Für den König selbst sind die Ortswechsel jedenfalls kein allzu großer Aufwand – er fliegt einfach selbst. Gelernt hat er das Fliegen bei der amerikanischen und der thailändischen Armee. Am Münchner Flughafen hat er seine Privatmaschine geparkt.

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!