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Ist der Hauptanklagte im KÖ-Prozess vor dem Augsburger Landgericht möglicherweise vermindert schuldfähig? Ein Psychiater schreibt in seinem Gutachten, bei dem Hauptangeklagten liege keine schwere Persönlichkeitsstörung vor, aber ein Emphatiedefizit.

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KÖ-Prozess in Augsburg: Gutachter beurteilt Schuldfähigkeit

Ist der Hauptanklagte im KÖ-Prozess vor dem Augsburger Landgericht möglicherweise vermindert schuldfähig? Ein Psychiater schreibt in seinem Gutachten, bei dem Hauptangeklagten liege keine schwere Persönlichkeitsstörung vor, aber ein Emphatiedefizit.

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  • Barbara Leinfelder
  • Roswitha Polaschek

Rainer Huppert, Kinder- und Jugendpsychiater hat den Angeklagten zwei Mal getroffen und ihn im Verlauf des Kö-Prozesses am Augsburger Landgericht begutachtet. In der Schule sei er bis zum 13. Lebensjahr unauffällig gewesen, dann rückte die Schule „zunehmend nach hinten“, wichtiger wurde regelmäßiger Alkohol- und Cannabiskonsum am Wochenende. Seines Erachtens liege keine schwere Persönlichkeitsstörung bei dem Jugendlichen vor, er leide aber unter einem „Empathiedefizit“, er könne sich schlecht vorstellen, wie andere sich fühlen.

Hauptangeklagter im Kö-Prozess: "Ich bin mir mein eigenes Idol"

Begriffe wie Selbstwert, Rang, Ehre, Kränkung, die seien für ihn sehr relevant, so der Experte. Der Angeklagte habe auch immer wieder davon gesprochen, dass er es sei, der ungerecht in der Haft behandelt werde. Auf die Frage nach seinen Vorbildern sagte der Angeklagte laut Huppert: „Ich bin mir mein eigenes Idol“. Er mache nur das, was er für richtig halte. Huppert betonte, so etwas habe er noch nie in seinen Gutachtergesprächen gehört. Bedenklich finde er, dass es dem Angeklagten in der U-Haft so schwer falle, sich einzufügen, entwicklungspsychologisch stehe er „an einem Scheideweg“, hin zu einer dissozialen Persönlichkeitsstörung, so Huppert.

Mitangeklagte bemühen sich um Täter-Opfer Ausgleich

Die beiden Mitangeklagten haben sich um einen Täter-Opfer-Ausgleich bemüht und ein entsprechendes Schreiben an den Anwalt des Freundes des Getöteten übergehen. Weitere Anträge wurden nicht gestellt. Damit wird die Beweisaufnahme geschlossen. Am Donnerstag, 5.11., folgen die Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung. Das Urteil soll am Freitag, 6.11. gesprochen werden.

KÖ-Prozess am Augsburger Landgericht

Ein 17-Jähriger ist im KÖ-Prozess wegen Körperverletzung mit Todesfolge angeklagt. Ihm wird vorgeworfen, einen 49 Jahre alten Passanten, einen Feuerwehrmann in zivil, am Augsburger Königsplatz mit einem Schlag gegen dessen Kopf getötet zu haben. Zwei Freunde des 17-Jährigen sind wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt. Sie sollen einen Bekannten des Getöteten schwer verletzt haben.

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