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Kochen wie in der Steinzeit: Kochkurs im Museum | BR24

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Wie wurde vor 6000 Jahren gekocht? Die Teilnehmer eines Kochkurses im Archäologiemuseum in Essenbach bei Landshut haben es ausprobiert. Nur mit Zutaten, die es damals schon gab. Und ausschließlich mit steinzeitlichen Werkzeugen.

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Kochen wie in der Steinzeit: Kochkurs im Museum

Wie wurde vor 6000 Jahren gekocht? Die Teilnehmer eines Kochkurses im Archäologiemuseum in Essenbach bei Landshut haben es ausprobiert. Nur mit Zutaten, die es damals schon gab. Und ausschließlich mit steinzeitlichen Werkzeugen.

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Kochen wie in der Steinzeit konnten die Teilnehmer eines besonderen Kochkurses im Archäologiemuseum in Essenbach bei Landshut lernen. Verwendet wurden nur Zutaten, die es vor über 6000 Jahren schon gegeben hat. Das gilt auch für die Werkzeuge.

Geschnitten wird mit Feuerstein

Der steinzeitliche Tisch ist reich gedeckt. Vielerlei Gemüse und Getreide, dazu ein Stück vom Schwein. Das ist zum Glück schon gefangen und geschlachtet. Vor allem das Küchengerät macht den Teilnehmern des Steinzeit-Kochkurses von Anfang an Sorge. Statt Messer bekommt jeder ein Stück Feuerstein in die Hand. Damit müssen sie nicht nur das Gemüse kleinschneiden, sondern auch das Fleisch. Das sieht dann eher nach "Durchsägen" aus. Aber es funktioniert. Ansonsten schneiden die Kursteilnehmer mit den Feuersteinklingen Knoblauch, Lauch, Lauchzwiebeln und Sellerieblätter. Der Kursleiterin Monika Weigel ist es ganz wichtig, dass nur Zutaten verwendet werden, die es nachweislich schon in der Steinzeit gab.

Auch Brot gab es schon in der Steinzeit

Hinweise auf die Ernährungsgewohnheiten stammen von Bodenfunden. Aus ehemaligen Vorratsräumen oder Abfallgruben konnten Archäologen Reste und Spuren sichern. Das Ergebnis der genaueren Untersuchungen verrät was vor rund 6000 Jahren auf den Speiseplänen gestanden hat. Brot war auf jeden Fall schon dabei. Zu der steinzeitlichen Gemüsesuppe gibt es Fladenbrot.

In Holzschalen am Boden liegen Urgetreidekörner wie Emmer und Einkorn. Daneben eine schwere Steinplatte mit ovaler Einbuchtung und ein faustgroßer ovaler Reibstein. Mit dieser Steinzeitmühle wird Mehl gemahlen. Das ist freilich mühsamer, als einfach zur Mehlpackung aus dem Supermarkt zu greifen. Diese Erfahrung, die einfachsten Dinge selbst gemacht zu haben, das ist so manchem Teilnehmer des Steinzeitkochkurses wichtig. Dies sei gut für die Wertschätzung der Lebensmittel.

Etwas würziger könnte es sein

Das handgeriebene Mehl wird mit Wasser zu einem Teig geknetet und auf einer heißen Steinplatte knusprig gebacken. Nach rund eineinhalb Stunden ist das steinzeitliche Menü aus Gemüsesuppe und hauchdünnem Fladenbrot fertig. Alles ganz ohne Salz und Pfeffer, denn beides gab es noch nicht.

Und dann der große Moment, auf den die Kursteilnehmer hingearbeitet haben: Mit dem Holzlöffel wird vorsichtig probiert. Es schmeckt "natürlich" . Nicht schlecht, aber offenbar für heutige Geschmacksnerven etwas fade. Man versteht, sagt ein Teilnehmer, dass die Menschen im Laufe der Zeit ihr Essen mit Gewürzen verfeinert haben.Der erste Steinzeitkochkurs im Archäologiemuseum Essenbach hat gezeigt, dass Geschichte auch durch den Magen gehen kann.

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Fladenbrot auf heisser Steinplatte gebacken

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Steinzeit-Kochkurs in Essenbach bei Landshut