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Koa "O'zapft is", koa Wiesn 2020 | BR24

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Am 19. September ist's wieder, nein, wär's so weit gewesen: Oktoberfestbeginn! Aber wegen Corona geht nichts, vielleicht gar nichts an großen Feiern in diesem Jahr. Was fehlt uns dadurch?

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Koa "O'zapft is", koa Wiesn 2020

Um 12 Uhr wäre es eigentlich soweit gewesen: Mit dem traditionellen "O'zapft is", das der Münchner OB tausenden Besuchern zuruft, wird jedes Jahr das größte Volksfest der Welt eröffnet. 2020 aber fällt die Wiesn zum 25. Mal in ihrer Geschichte aus.

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Stefan Vogler ist Süßwarenproduzent und beliefert normalerweise rund fünfzig Oktoberfeststände. Derzeit brennt er täglich 500 Kilogramm Mandeln, halb so viel wie sonst zu dieser Zeit. Mit der Absage der Volksfeste ist erst einmal eine Welt für Vogler zusammengebrochen. "Es hat einem den Boden unter den Füßen weggezogen, weil man gar nicht gewusst hat: Was macht man mit dem ganzen Material, das man eingekauft hat?"

Wirtschaftlicher Totalausfall für Betriebe

Die Wiesn ist nicht nur das größte Volksfest der Welt, sie ist auch ein Fest für die Wirtschaft. Im vergangenen Jahr wurde in sechszehn Tagen Wiesn rund eine Milliarde Euro erwirtschaftet. Zu Spitzenzeiten kamen über sieben Millionen Menschen auf die Münchner Theresienwiese, tranken knapp sieben Millionen Maß Bier und aßen eine halbe Million Brathendl.

Über 1.000 Standbetreiber bewerben sich jedes Jahr für die Wiesn, etwa die Hälfte bekommt den Zuschlag. Dieses Jahr kam es erst gar nicht zum Zulassungsverfahren. Für die Schausteller und Marktkaufleute ist der Wiesn-Ausfall ein wirtschaftlicher Totalausfall. Ihnen gehen aufgrund der Corona-Pandemie sechs Millionen potenzieller Kunden durch die Lappen.

Wegen der frühen Absage wurden allerdings nur sehr vereinzelt Herzn gebacken und Mandeln gelagert. Die meisten Schausteller und Marktkaufleute hätten erst gar keine großen Investitionen getätigt, sondern eher alles "auf Stillstand gefahren", sagt der Vorsitzende des Bayerischen Landesverbands der Marktkaufleute und der Schausteller. Trotzdem entgeht ihnen das beste Geschäft des Jahres.

Wiesnausfall sorgt für Wehmut

Für viele, die auf der Wiesn arbeiten, schwingt neben dem finanziellen Ausfall auch viel Wehmut mit. Die Rösser des Urthalerhofes im Bayerischen Oberland beispielsweise würden jetzt gerade im Sechsergespann Bierfässer durch die Münchner Innenstadt ziehen. Seit Wochen hätten sich die Pferdezüchter bereits auf den traditionellen Wiesnumzug vorbereitet und mehrmals in der Woche trainiert.

"Damit die Pferde auch von der Kondition her durchhalten, aber auch bei uns muss jeder Handgriff sitzen mit den Leinen", erzählt der Inhaber des Urthalerhofes, Ludwig Käser. Ein paar Fahrten machen sie zwar noch zur Münchner Ersatz-Wiesn, aber es sei nicht dasselbe.

Ein Hauch von Wiesnstimmung in München

Schunkeln auf der Bierbank, anbandeln im Riesenrad – diese Bilder sieht man dieses Jahr in München wohl nicht. Stattdessen wollen die Wiesnwirte aber eine kleine Ersatz-Wiesn, die sogenannte "Wirtshaus-Wiesn", veranstalten. Auch um ihr bereits gebrautes Oktoberfestbier an die Leute zu bringen.

Blaskapellen aus den Bierzelten können teilweise in dieser Zeit in Biergärten und Wirtshäusern spielen. Die Blaskapelle "Mathias Achatz" aus Pemfling bei Cham etwa hat normalerweise einen Stammplatz in der Ochsenbraterei. In den kommenden zwei Wochen wird sie stattdessen am "Chinesischen Turm" spielen, einem Biergarten mitten im Englischen Garten.

Insgesamt wird in 54 Münchner Gastronomien mit Wiesnbier, Hendl, Haxn, Brezn und Blaskappelenmusik ein Hauch von Wiesn-Stimmung verbreitet. Auch die Schausteller bekommen die Möglichkeit, ihre Fahrgeschäfte und Stände vereinzelt aufzustellen. Massen wie auf der Wiesn – allein in das größte Bierzelt passen über 9.000 Menschen – wird es aber nicht geben.

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2020: Kein Oktoberfest

Das größte Volksfest der Welt ist 25 Mal ausgefallen

Laut dem Münchner Wirtschaftsreferat geben die Oktoberfestgäste durchschnittlich siebzig Euro direkt auf der Festwiese aus, hinzu kommen Verpflegung, Einkäufe, Taxifahrten und die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel, was sich nochmal auf 285 Millionen Euro summiert. Mit Übernachtungsgästen nehmen Hotels und Pensionen zusätzlich insgesamt 505 Millionen Euro ein.

Seit der Hochzeit von Kronprinz Ludwig von Bayern und Prinzessin Therese am 12. Oktober 1810, dem Beginn des Oktoberfestes, ist es 24 Mal ausgefallen, heuer findet es zum 25. mal nicht statt. Schausteller Stefan Vogler hat sich deshalb auf Fabrikverkauf eingestellt und verkauft seine Süßigkeiten jetzt in Supermärkten. Der direkte Kontakt zu den Schaustellern aber, der fehlt ihm schon.

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Mit drei Schlägen (plus Sicherheitsschlag) hat Gregor Lemke heute im "Augustiner Klosterbräu" in München die Wirtshauswiesn eröffnet.

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