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Knobloch wird nach Kritik an AfD vermehrt beschimpft | BR24

© dpa-Bildfunk/Peter Kneffel

Charlotte Knobloch, ehemalige Präsidentin des Zentralrats der Juden

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    Knobloch wird nach Kritik an AfD vermehrt beschimpft

    Seit ihrer Rede bei der Gedenkveranstaltung für die Opfer des Nationalsozialismus wird Charlotte Knobloch vermehrt per Mail und Telefon beschimpft. Der Antisemitismus-Beauftragte Spaenle verurteilt die Angriffe "aufs Schärfste".

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    Die frühere Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, wird nach dem AfD-Eklat im Bayerischen Landtag nach eigenen Angaben bedroht. Sie werde vermehrt per E-Mail und Telefon beleidigt und beschimpft. Das wurde dem BR aus dem Umfeld der Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern bestätigt.

    Spaenle verurteilt Angriffe schwer

    Der Antisemitismus-Beauftragte der Staatsregierung, Ludwig Spaenle, verurteilt die vermehrten Angriffe auf Charlotte Knobloch scharf.

    "Dem Mut von Frau Präsidentin Knobloch im Zusammenhang mit ihren klaren Aussagen im Bayerischen Landtag gestern ist hoher Respekt zu zollen. Deshalb ist es völlig eindeutig: Angriffe und Beleidigungen gegenüber ihrer Person sind aufs Schärfste zu verurteilen und zurückzuweisen. Die Urheber dieser Anfeindungen zeigen, wessen Geistes Kind sie sind", sagte Spaenle dem Bayerischen Rundfunk.

    Knobloch hatte AfD kritisiert

    Knobloch hatte gestern in der Gedenkveranstaltung im Landtag die AfD kritisiert. Daraufhin hatte ein Teil der AfD-Abgeordneten den Saal verlassen. "Diese sogenannte Alternative für Deutschland gründet ihre Politik auf Hass und Ausgrenzung und steht nicht nur für mich nicht auf dem Boden unserer demokratischen Verfassung", hatte Knobloch zuvor gesagt.

    Beifall für Charlotte Knobloch

    Nachdem die AfD den Saal verlassen hatte, erhielt Knobloch von den übrigen Landtagsabgeordneten "Standing Ovations". Der Fraktionsvorsitzende der FDP, Martin Hagen, sagte: "Es waren natürlich sehr deutliche Worte von Charlotte Knobloch, aber sie hat nichts Falsches gesagt. Dass die AfD bei einer Gedenkveranstaltung für die Opfer des Nationalsozialismus so einen Eklat aufs Pakett bringt, das fand ich schon sehr unpassend." Katharina Schulze die Landtagsfraktions-Vorsitzende der Grünen twitterte heute: "Volle Solidarität mit @Cha_Knobloch - Danke für die wichtige Arbeit und die klaren Worte. Und an alle Hasser und Hetzer: Wie könnt ihr überhaupt noch in den Spiegel schauen?!"

    Knobloch berichtete der Augsburger Allgemeinen: "Dass die AfD auch den Bayerischen Landtag für eine Selbstinszenierung nutzen würde, wusste ich. Den Eklat hatte ich in dieser Form dennoch nicht erwartet", fügte sie hinzu.

    Drohmails auch an die AfD

    Auch die AfD-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Katrin Ebner-Steiner, werde seit dem Eklat per E-Mail bedroht, so ein AfD-Sprecher. Die Polizei sei eingeschaltet worden.

    "Die Ex-Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland Charlotte Knobloch hat bei der Gedenkveranstaltung im Landtag mit extrem harschen Worten die AfD pauschal als undemokratische rechtsextreme Nazi-Partei hingestellt. Der weitere Eklat war dann, dass alle anderen Fraktionen dazu demonstrativ applaudiert haben. Da ist es doch kein Wunder, wenn unsere politischen Gegner sich nun besonders ermuntert fühlen und es für gerechtfertigt halten, mir Droh- und Beleidigungsmails zu schicken. Ich verurteile jegliche Hassmails – egal ob sie Frau Knobloch betreffen, mich und meine Familie oder andere Personen", so Ebner-Steiner.