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Knobloch: "Mitgefühl mit Opfern des Angriffs in Halle" | BR24

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Nach den tödlichen Schüssen im Umfeld einer Synagoge in Halle haben Vertreter von Politik, Kirchen und jüdischen Einrichtungen ihre Bestürzung zum Ausdruck gebracht. Von "Wut und Trauer" spricht Charlotte Knobloch.

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Knobloch: "Mitgefühl mit Opfern des Angriffs in Halle"

Von "Wut und Trauer" spricht die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, nach dem Angriff in Halle. Sie lobte den Besuch von Oberbürgermeister Reiter. Er war spontan zur Münchner Synagoge gegangen.

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Nach den tödlichen Schüssen im Umfeld einer Synagoge in Halle haben Vertreter von Politik, Kirchen und jüdischen Einrichtungen ihre Bestürzung zum Ausdruck gebracht. Charlotte Knobloch, die Präsidentin der israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, sagte, wenn ein schwer bewaffneter Terrorist auf offener Straße morde, und wenn ein Zentrum jüdischen Lebens in einer deutschen Stadt am höchsten jüdischen Feiertag mit Schusswaffen und Sprengsätzen angegriffen werde, dann sei das ein Angriff auf das Zusammenleben in unserem Land. Die Tat mache deutlich, wie schnell aus den Worten von politischen Extremisten Taten werden könnten.

Spaenle spricht von neuer Stufe der Eskalation

Entsetzt zeigte sich auch Ludwig Spaenle, der Antisemitismusbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung. "Wenn am höchsten jüdischen Feiertag im Umfeld einer Synagoge Menschen in wohl terroristischer Manier ermordet werden, dann ist das eine neue Stufe der Eskalation“, sagte er. Kardinal Reinhard Marx erklärte, man stehe solidarisch an der Seite der jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger. Antisemitismus oder gar blinde Gewalt dürfe keinen Platz in unserer Gesellschaft haben.

Bewachung jüdischer Einrichtungen im Freistaat verstärkt

Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder äußerte sich bestürzt zu den Vorfällen in Halle und bestätigte, dass die bayerische Polizei die Bewachung jüdischer Einrichtungen und Synagogen im Freistaat verstärkt habe. Auch an Bahnhöfen, Grenzen und am Flughafen München wurde die Polizeipräsenz erhöht. 80 Maschinen hatten am Münchner Airport mehr als eine halbe Stunde Verspätung, weil vermehrt Passkontrollen durchgeführt wurden. Am Abend wurden die Maßnahmen wieder heruntergefahren.

Spontaner Solidaritätsbesuch von Münchens Oberbürgermeister Reiter

Am Abend hatte Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter zusammen mit der Kommunalreferentin Kristina Frank spontan an den Gebeten zu Jom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag, in der Hauptsynagoge "Ohel Jakob" teilgenommen. In einer kurzen Rede wandte er sich an die Betenden und bekundete seine Solidarität. Dieser Besuch habe an diesem furchtbaren Tag das richtige Zeichen gesetzt, lobte Charlotte Knobloch, die Präsidentin der Isrealitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern. Seine Überzeugung, dass jüdische Menschen in diesem Land weiterhin eine Heimat haben werden, sei auch nach diesem Tag ihre Hoffnung.

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Vor der Synagoge in München sprechen am Abend Angehörige aller Weltreligionen ein Friedensgebet. Die Verunsicherung in der jüdischen Gemeinde ist groß - auch auch die Anteilnahme und die Solidarität.