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Bildrechte: BR / Judith Zacher

Vor 200 Jahre wurde Pfarrer Sebastian Kneipp geboren. Wegen einer Lungenkrankheit experimentierte er - anfangs heimlich - mit Heilmethoden. Viele seiner Ideen sind bis heute aktuell und lassen sich zu Hause oder in der Natur anwenden.

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Kneippen auch für zuhause

Wer "zum Kneippen" geht, meint damit meist, er geht zum Wassertreten. In vielen Orten gibt es öffentlich zugängliche Kneippanlagen. Aber: Kneippen, das ist noch weit mehr und vieles von Sebastian Kneipps Anwendungen kann man auch zuhause umsetzen.

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Von
  • Judith Zacher

Erika Schweizer aus Dillingen ist begeisterte "Kneippianerin": Sie hat eine Ausbildung zur Gesundheitspädagogin nach Kneipp gemacht und ist außerdem Vorsitzende des Dillinger Kneippvereins. Ihren Tag beginnt sie, wann immer es geht, mit einer Kneipp-Anwendung: Zum Beispiel lässt sie kaltes Wasser in eine Zinnwanne in ihrem Garten und praktiziert dort die wohl bekannteste Kneipp-Anwendung, das Wassertreten. Aber, egal ob zuhause oder in einer öffentlichen Kneippanlage, ein paar Dinge muss man beachten, sagt die Kneipp Expertin: Gewatet wird im Storchengang, zügig, und zwar so lange, so lange es einem gut tut. "Dann das Wasser kurz mit den Händen abstreifen, aber nicht abtrocknen. Ein Kneippianer hat kein Handtuch, um den Reiz nicht wegzunehmen", sagt Schweizer. Danach könne man wunderbar einschlafen, so die Expertin.

Ein Armbad zur Erfrischung - einfach in einer kleinen Wanne

In einer kleinen Wanne kann man auch ein Armbad daheim machen: Tief einatmen, dann beim Ausatmen die Arme im Wasser bewegen, etwa 15 bis 30 Sekunden, empfiehlt Schweizer. Ist es heiß, kann man sich mit der nassen, kalten Hand im Nacken noch gut erfrischen.

Holunder und Brennnessel als Heilpflanzen im eigenen Garten

Eine Heilpflanze, die viele im Garten haben und die Kneipp verehrt hat - ja, einmal habe er gesagt, er ziehe seinen Hut vor ihr, so Schweizer, ist der Holunder: Holunderblütentee etwa hilft besonders gut bei Erkältungen. Jedes Jahr macht die Dillingerin auch eine Brennnesselkur, hat dafür in ihrem Garten extra eine Ecke, wo diese von vielen ungern gesehene Pflanze wachsen darf. Täglich drei Tassen Brennesseltee, das sei für die Durchblutung und Entspannung des Körpers sehr gut.

Ein Waldspaziergang für einen freien Kopf

Wer keinen Garten hat, der findet die beiden Pflanzen auch im Wald. Bei einem Waldspaziergang lassen sich mehrere Kneippsche Anwendungen verwirklichen: Bewegung gehört dazu, "Waldbaden" sei ebenfalls sehr angesagt, so Schweizer. Diese Dinge zählen zur Kneipp-Säule "Lebensordnung", die ist wichtig für die seelische Ausgeglichenheit. Frische Luft, Laufen, am besten barfuß, dienen hier dazu, den Kopf freizubekommen um frisch und gestärkt den Alltag bewältigen zu können.

Mit Bürste die Haut erfrischen

Wer mit kreisenden Bewegungen mit einer Bürste mit kräftigen Borsten seine Haut massiert, tut nicht nur Gutes für seine Durchblutung, sondern auch für die Haut. Egal, ob man eher zu fettiger oder trockener Haut neige, so Schweizer, die Anwendung sei für beide Hauttypen geeignet. Bald könne man schon beobachten, dass sich die Haut einer normalen Haut angleiche. Auch das lässt sich gut und einfach zuhause umsetzen.

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