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Kneipen, Testzentren, Amateursport: Bayerns neue Corona-Pläne | BR24

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61 Prozent der Mitglieder des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands haben angegeben, in gravierenden Existenznöten zu sein. Das betrifft auch viele im Freistaat. Erleichtert zeigt sich dehalb der Landesverband über die Lockerungen in Bayern.

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Kneipen, Testzentren, Amateursport: Bayerns neue Corona-Pläne

Gute Nachrichten gibt es für Kneipen und Bars; Neuigkeiten außerdem zur Maskenpflicht bei größeren Demos und zu Autobahn-Teststationen: Bayerns Kabinett hat heute neue Corona-Entscheidungen getroffen. Die wichtigsten Beschlüsse hier im Überblick.

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Freunde reiner Schankwirtschaften können sich freuen: Bars und Kneipen ohne Essensangebot dürfen ab 19. September wieder öffnen. Das hat das bayerische Kabinett heute beschlossen. Demnach gelten dann die gleichen Corona-bedingten Regeln wie für die "normale Gastronomie". Gäste müssen also bis zum Platz eine Maske tragen, Bedienungen die ganze Zeit.

Laut Staatskanzlei muss die Bedienung in geschlossenen Räumen am Tisch erfolgen. Das klassische "Am Tresen stehen" ist vorerst also nicht möglich. Zudem sei nur Hintergrundmusik zulässig, hieß es. Auch könnten die lokalen Gesundheitsämter falls nötig ab 23 Uhr ein Alkoholverbot aussprechen, wenn die Infektionszahlen in einer Region besonders hoch sind.

Was ist mit Clubs und Discos?

Enge und volle Räume, viel Alkohol und laute Musik - für die Corona-Pandemie sind das nach Ansicht der Staatsregierung ein paar heikle Gegebenheiten zu viel. Deshalb bleiben Discos und Clubs weiterhin geschlossen. Diese könnten ansonsten zu "Infektionsbomben" werden, warnte Ministerpräsident Markus Söder (CSU).

Was gilt künftig bei Demonstrationen?

Bei Versammlungen ab 200 Menschen unter freiem Himmel gilt in Bayern ab Mittwoch regelmäßig eine Maskenpflicht. Ziel sei, die Freiheit der Versammlung zu ermöglichen, aber kein "Chaos" wie in Berlin zu haben, sagte Söder. In Berlin war es zuletzt am Rande mehrerer Demonstrationen gegen die Corona-Politik zu Auseinandersetzungen von Demo-Teilnehmern und der Polizei gekommen.

Die Teilnehmer an solchen Veranstaltungen bezeichnete Söder als "kaum erklärbares Sammelsurium". Wenn etwa die Reichskriegsflagge und die Regenbogenfahne auf ein- und derselben Veranstaltung wehten, sei das bemerkenswert. Wenn es um die Gefährdung der Demokratie gehe, ist laut Söder ein "sehr konsequentes Vorgehen" nötig. Die Versammlungsfreiheit sei aber ein hohes Gut. Mit Blick auf eine für das Wochenende angemeldete Demo gegen die Anti-Corona-Maßnahmen betonte Innenminister Joachim Herrmann (CSU), die Polizei sei gut vorbereitet.

Wie geht es weiter mit der bayerischen Test-Strategie?

Nach dem jüngsten Wirbel um die erneut verspätete Ergebnis-Übermittlung bei den Corona-Testzentren für Reiserückkehrer hat Ministerpräsident Söder die Strategie der Staatsregierung verteidigt. 6.000 positive Fälle hätten durch die Tests für Reisende erkannt werden können, zudem seien 90 Prozent der Testergebnisse innerhalb der selbst gesteckten zeitlichen Ziele übermittelt worden. Grundsätzlich will die Staatsregierung daran festhalten, dass sich in Bayern jeder kostenlos und auch ohne Symptome auf das Coronavirus testen lassen kann.

Dennoch gibt es Veränderungen: Die Testzentren für Reiserückkehrer an drei bayerischen Autobahn-Raststätten und an den Hauptbahnhöfen München und Nürnberg werden laut Söder bis Ende September abgebaut. Die Menschen sollen sich künftig vermehrt in den bayernweit verteilten kommunalen Testzentren testen lassen können. An den Flughäfen München, Nürnberg und Memmingen bleiben die Testzentren für Reisende dagegen über September hinaus bestehen.

Zudem ist an den drei Testzentren für Reiserückkehrer an bayerischen Autobahnen ab sofort ein neuer Dienstleister für die Abläufe an der jeweiligen Station zuständig, also in erster Linie für die Rachenabstriche. Nach Angaben von Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) ist der Vertrag mit dem bisherigen Dienstleister Eurofins am 7. September ausgelaufen. Nun übernehmen demnach Rettungsdienst MKT und Malteser die Stationen an den Autobahnen. Eurofins bleibt laut Huml für die Abwicklung der Tests im Labor zuständig.

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An den Teststationen wurden in Bayern 6.000 positive Corona-Fälle registriert. Das sieht der Ministerpräsident als Erfolg, die Opposition nicht. Durch die Teststationen habe der Freistaat auch eine viel höhere Testquote erzielt, so Söder.

Warum freuen sich Amateursportler?

Der reguläre Amateursport wird in Bayern ab 19. September wieder zugelassen, auch im Liga-Betrieb. Ab dann sind innen bis zu 200 Zuschauer und draußen bis zu 400 Zuschauer zulässig. Alle weiteren Infos finden Sie in diesem BR24-Artikel.

Was kritisiert die Opposition?

Die SPD-Fraktion im Landtag kritisiert Söders Umgang mit den Pannen bei den Corona-Tests für Urlaubsrückkehrer. "Wenn sich Söder schon als großer Krisenmanager inszeniert, dann muss er auch die Verantwortung für die Pannen übernehmen", erklärte SPD-Gesundheitsexpertin Ruth Waldmann. Ihr zufolge "wurden die teilweise chaotischen Verhältnisse bei den Tests kleingeredet und nicht als Warnsignal ernstgenommen".

Zudem habe Söder heute nichts zu der vor rund vier Wochen angekündigten "Corona-Doppelstrategie" gesagt. Damals habe er erklärt, dass Urlauber aus Risikogebieten einen zweiten Test verpflichtend machen sollen. Die SPD-Politikerin betonte, die Ergebnisse seien erst mit einem solchen zweiten Test aussagekräftig.

"Ich würde mir wünschen, dass die Staatsregierung ein bisschen die Fähigkeit zur Selbstkorrektur mitbringt", sagte auch FDP-Fraktionschef Martin Hagen dem BR. "Wir haben ja an den Test-Pannen gesehen, wohin diese anlasslosen Massentests führen." Immer wieder komme es zu einem Rückstau in den Laboren und nicht rechtzeitig übermittelten Test-Ergebnissen, monierte Hagen.

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