Zurück zur Startseite
Bayern
Zurück zur Startseite
Bayern

Knallhart gegen Gaffer: Polizist wird zum Social-Media-Helden | BR24

© News5

Nach einem tödlichen Unfall auf der A6 zwischen Roth und dem Kreuz Nürnberg-Süd hat die Polizei mehrere Gaffer zur Rede gestellt - und mit der Leiche des getöteten Lkw-Fahrers konfrontiert.

30
Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Knallhart gegen Gaffer: Polizist wird zum Social-Media-Helden

Er stellte am Dienstag auf der A6 nach einem tödlichen Verkehrsunfall Gaffer zur Rede: Stefan Pfeiffer von der Verkehrspolizei Feucht. Seitdem ist er ein Social-Media-Star. Und er hat mit seiner Reaktion eine wichtige Debatte wieder angestoßen.

30
Per Mail sharen
Teilen

Die Bundesautobahn A6 am Dienstagmittag. Bei einem Unfall stirbt ein LKW-Fahrer. Gaffer filmen die Szenerie. Da platzt ihm der Kragen: Stefan Pfeiffer, Einsatzleiter der Verkehrspolizei Feucht, stellt Gaffer zur Rede, forderte diese auf, auszusteigen und mit ihm zur Leiche zu gehen. Das Video geht seit Dienstagabend im Web viral, Tausende Male wird der Clip auf Facebook und Twitter geteilt.

Sozialstunden oder Führerscheinentzug für Gaffer?

Viele Nutzer, die die Aktion des Polizisten gut finden, fordern härtere Strafen gegen Gaffer. Übrigens: Erst am vergangenen Freitag forderte der Bundesrat den Bundestag auf, endlich strengere Gesetze gegen Schaulustige einzuführen. Die Nutzer hätten da auch schon ein paar Ideen parat: vom sofortigen Führerscheinentzug über Geldstrafen bis zu 5.000 Euro, Sozialstunden in Notaufnahmen und sogar Gefängnisstrafen.

Für seine beispiellose Aktion wird Stefan Pfeiffer in den Sozialen Netzwerken gefeiert. Ein Facebook-User forderte den Bayerischen Verdienstorden für den Mann von der Verkehrspolizei Feucht, ein anderer gar das Bundesverdienstkreuz. Viele wünschen ihm eine Beförderung.

Polizist gegen Gaffer: Lob von Betroffenen und Feuerwehrleuten

Eine Facebook-Nutzerin war selbst einmal von Gaffern betroffen und schrieb: "Ich war Unfallopfer und ich kenne diese Gafferei... es ist so entwürdigend für ein Unfallopfer und für die Angehörigen (besonders bei Toten) ich wünsche Niemanden in so eine Situation zu kommen."

"Respekt an den Polizeibeamten, nur bei dieser Vorgehensweise werden es die Autofahrer begreifen! Teilweise wöchentlich stehen wir mit dem Feuerwehrfahrzeug auf der Autobahn, 2-3 Kameraden sind durchgehend mit dem Belustigen der Gaffer beschäftigt - Kameraden, die an der Unfallstelle fehlen, eine schnelle Rettung ist damit schwer umsetzbar... Traurig..." StefanF, Kommentar auf BR24.de

Ein anderer Nutzer ist sich nicht sicher, ob die Reaktion des Verkehrspolizisten seines Amtes angemessen war, kann sie aber dennoch verstehen.

Eins dürfte klar sein: Stefan Pfeiffer hat mit seiner Aktion das Thema Gaffer wieder auf die Agenda gesetzt. Er hat auf die schwierige Arbeit der Polizisten im Zusammenhang mit Schaulustigen aufmerksam gemacht. Und nicht zuletzt der Polizeiarbeit in Deutschland Respekt verschafft.

"Ich stehe ja vielen Aktionen der Polizei recht kritisch gegenüber; nicht nur in Deutschland läuft hier vieles nicht gut, finde ich. Aber manchmal, wie in diesem Fall, bin ich einfach nur dankbar für die Arbeit die sie tun. Sehr gute Aktion. DAS ist, wie Polizei sein sollte! ❤️" , Twitter-User "Runoratsu"