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Der Klostergarten in Oberzell bei Würzburg gehört zu den umfangreichsten in Deutschland. Über Jahrzehnte hinweg sind die heilenden Pflanzen und Kräuter durch die liebevolle Arbeit der Klosterschwestern gewachsen.

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Klostergarten in Oberzell: Heilkunde mit Pflanzen und Kräutern

Aloe Vera, Thymian, Malve und noch viele weitere Pflanzen und Kräuter gibt es in dem Klostergarten Oberzell bei Würzburg. Angelegt wurde der Garten vor 30 Jahren. Mittlerweile wird er von der studierten Pharmazeutin Katharina Mantel geführt.

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Von
  • Alexandra Reese

Mit seiner großen Zahl an historischen und aktuellen Heilpflanzen zählt der Klostergarten in Oberzell zu den bedeutendsten in ganz Deutschland. Inzwischen hat die studierte Pharmazeutin Katharina Mantel die Leitung des Gartens übernommen und führt damit fort, was die Schwestern über Jahrzehnte aufgebaut haben: die Pflege der Pflanzen und deren Verarbeitung zu heilwirkenden Salben, Ölen oder Tees. Sie bietet auch Führungen durch den Garten an und informiert über die Kräfte und auch die gefährlichen Nebenwirkungen der heimischen Gewächse.

Klostergärten – die Apotheken von früher

Früher waren Klostergärten das, was unsere Apotheken heute sind. Alte Heilmethoden erleben also eine Art Renaissance. Wie die Schwestern beschreiben, wurde der Kräutergarten im Kloster Oberzell über Jahrzehnte aufgebaut und gepflegt. 2015 folgte dann der Wechsel von geistliche in weltliche Hände. Ihren Ursprung als Vorstufe der Schulmedizin hat die Klostermedizin im 8. Jahrhundert. Die engagierte Pharmazeutin Katharina Mantel ergänzt mit der Übernahme die Erfahrung der Schwestern im Kloster Oberzell mit ihrem medizinischen Wissen und forscht im Bereich Heilkunde.

Weiterhin große Bedeutung für die Schwestern

Bei den Ordensschwestern im Kloster Oberzell handelt sind eine apostolische Gemeinschaft. Generalvikarin Schwester Rut Gerlach erklärt, dass sie schon immer offen für Neues waren. Die Schwestern seien nämlich keine Gemeinschaft die verborgenen hinter den Klostermauern lebt, sondern sich sozial engagiert, also einen sozialen Auftrag mit dem geistlichen Leben verbindet. Im Kloster kümmern sich die Ordensschwestern unter anderem um schwer traumatisierte Frauen. Dem Heilkräutergarten kommt dabei große Bedeutung zu, weil die Wirkung vieler Heilpflanzen den seelischen und körperlichen Heilungsprozess der Frauen unterstützt.

Garten wurde vor rund 30 Jahren angelegt

Angelegt wurde der Garten 1990 von Schwester Leandra Ulsamer. Mit der Würzburger Forschungsgruppe Klostermedizin besteht eine enge Zusammenarbeit. Das Kloster verkauft auch die eigens hergestellte Produkte wie Johanniskrautöl oder Ringelblumensalbe. Wer sich für eine Kräuterführung interessiert, kann sich auf der Webseite des Klosters Oberzell informieren und anmelden.

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