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Weil er sein Modegeschäft nicht öffnen darf, hat ein Unternehmer aus Freyung jetzt Toilettenpapier und Lebensmittel im Sortiment. Die Behörden mahnen: Die Sortimentsumstellung darf nicht nur zum Schein sein. Nun muss das Ordnungsamt entscheiden.

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Klopapier statt Mode: Sortimentsumstellung wohl nicht zulässig

Weil er sein Modegeschäft nicht öffnen darf, hat ein Unternehmer aus Freyung jetzt Toilettenpapier und Lebensmittel im Sortiment. Die Behörden mahnen: Die Sortimentsumstellung darf nicht nur zum Schein sein. Nun muss das Ordnungsamt entscheiden.

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Von
  • Katharina Häringer
  • BR24 Redaktion

Das Bayerische Gesundheitsministerium sieht das Vorhaben des Freyunger Geschäftsmanns, neben Bekleidung jetzt Toilettenpapier zu verkaufen und damit sein Geschäft zu öffnen, kritisch. "Die Öffnung ist mangels einer ernsthaften Sortimentsumstellung voraussichtlich nicht zulässig", heißt es schriftlich auf BR-Anfrage. Diese Einschätzung hat das Ministerium auch dem Landratsamt in Freyung mitgeteilt. Mitarbeiter des Ordnungsamts müssen nun eine Entscheidung treffen. Das soll laut Landratsamt noch diese Woche passieren.

Generell sind "passende" Sortimentserweiterungen erlaubt

Generell seien Sortimentserweiterungen erlaubt, teilt das Ministerium mit. Doch nur dann, wenn die Produkte zur Ausrichtung des Geschäfts passen. Eine Reinigung beispielsweise dürfe Bekleidung verkaufen. Wenn das neue Produkt aber gar nichts mit dem alten Laden zu tun habe, sei ein Umsatteln verboten, heißt es. Ausnahme: Der Ladenbesitzer mache glaubhaft, dass er sein Geschäftsmodell langfristig verändern wolle. Für den Fall in Freyung heißt das laut Gesundheitsministerium: Nur, wenn Inhaber Norbert Kremsreiter aus seinem Modegeschäft eine Drogerie macht und er das Geschäft nach außen hin auch als solche bewirbt, darf er öffnen.

Ordnungsamt muss nun entscheiden

Jetzt müssen die Mitarbeiter des Freyunger Ordnungsamts herausfinden, ob die Sortimentsumstellung hin zu Lebensmitteln und Drogerieartikeln ernsthaft oder nur zum Schein erfolgt. Man müsse den Gesamteindruck des Geschäfts analysieren, möglich sei auch eine Begehung vor Ort. "Eine neue Aufgabe für uns", sagt Pressesprecher Karl Matschiner. Es sei der erste Fall dieser Art im Kreis Freyung-Grafenau. Doch weitere Anfragen liegen seit dem Vorstoß von Norbert Kremsreiter auf dem Tisch. Matschiner rät den Geschäftsleuten, zuerst mit dem Landratsamt über eine Veränderung der Produktpalette zu sprechen und erst dann zu öffnen. Sonst bleibe man möglicherweise auf angeschafftem Klopapier sitzen.

"Ich habe jetzt einen Gemischtwarenladen und bin damit systemrelevant", sagt Inhaber Norbert Kremsreiter. Er will seinen Laden morgen aufsperren und abwarten, wie die Behörden reagieren.

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