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Klopapier-Boom wegen Corona geht zu Ende | BR24

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Bis zu 250 Lastwagen verließen zu Spitzenzeiten das Werk. Nun meldet der Miltenberger Hersteller Fripa ein Ende der "Klopapier-Hamster-Welle". In welcher Höhe sich der Absatz einpendeln wird, sei allerdings noch unklar.

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Klopapier-Boom wegen Corona geht zu Ende

Bis zu 250 Lastwagen verließen zu Spitzenzeiten das Werk. Nun meldet der Miltenberger Hersteller Fripa ein Ende der "Klopapier-Hamster-Welle". In welcher Höhe sich der Absatz einpendelt, sei allerdings noch unklar.

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Die Bilder von Hamsterkäufen gingen durch die Republik. Zu Beginn der Coronakrise stieg der Absatz von Klopapierrollen deutlich an. Das bekam auch der Miltenberger Hygienepapierhersteller Fripa zu spüren. Fast doppelt so viel Toilettenpapier wie sonst verkaufte Fripa auf einmal. Nun hat sich der Absatz etwa auf das vorherige Niveau eingependelt.

Miltenberger Klopapierhersteller musste Sonderschichten einlegen

Trotz bestehender Corona-Pandemie ist seit wenigen Tagen der große Ansturm auf das Toilettenpapier abgeflacht. Die Hamsterkäufe sind offenbar beendet, die "geräuberten" Läger und Verteilerzentren füllen sich wieder, sagt Fripa-Verkaufsleiter Jürgen Fischar. Im März und April musste Fripa Sonderschichten fahren. Die Förderbänder liefen an sieben Tage pro Woche. Rund 250 Lkw verließen täglich das Werk. Inzwischen sind es wieder 120 bis 130 Lastwagen pro Tag.

Langfristige Entwicklung bei Fripa noch nicht absehbar

Ob es demnächst zu einem noch deutlicheren Rückgang des Verkaufs kommt, wenn die "Hamsterer" ihren Vorrat an Toilettenpapier aufbrauchen, kann Fischar noch nicht abschätzen. Zu Beginn der Krise hatte Fripa für "umsichtiges Kundenverhalten" plädiert. Vielerorts gab es leere Supermarktregale, manche Kunden stiegen auf Klopapier-Ersatzprodukte um. Langfristige Lieferengpässe sind bei Toilettenpapier nahezu ausgeschlossen. Wegen des großen Volumens und des gleichzeitig niedrigen Gewichts der Rollen macht es aus logistischer Sicht wenig Sinn, Klopapier aus dem Ausland zu importieren. Die Versorgung ist regionaler organisiert als bei anderen Gütern.

Fripa beschäftigt rund 450 Mitarbeiter. Der Miltenberger Hersteller fertigt vor allem Klopapier, aber auch Taschentücher und Küchenrollen. Rund 130.000 Tonnen Hygienepapier verlassen jährlich die Papierfabrik. Abnehmer sind Großhandel und Einzelhandelsketten.

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