Ärzte operieren in einem OP.

Am Nürnberger Klinikum müssen planbare, nicht lebensnotwendige Operationen verschoben werden.

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Klinikum Nürnberg: OPs müssen wegen Corona verschoben werden

Klinikum Nürnberg: OPs müssen wegen Corona verschoben werden

Die steigenden Infektionszahlen wirken sich auf den OP-Betrieb am Klinikum Nürnberg aus. Es müssen teilweise wieder planbare, nicht lebensnotwendige Operationen verschoben werden.

Das Team rund um Chirurg Attila Dubecz operiert gleich eine Frau mit einem Zwerchfellbruch. Kein lebensgefährlicher Zustand, aber sie hatte ziemliche Schmerzen. Einige Tage musste sie allerdings auf den Eingriff am Nürnberger Klinikum warten. Der Grund dafür sei der Personalmangel, so der Chirurg.

"Corona ist leider immer noch nicht vorbei. Es fehlt Personal auf den Stationen, auf den Intensivstationen und auch im OP-Bereich." Im Moment müssten immer wieder Patienten kontaktiert werden, um kurzfristig Eingriffe zu verschieben, berichtet Dubecz. Diese Operationen würden dann in den folgenden Tagen oder in der nächsten Woche nachgeholt.

15 Prozent weniger OP-Kapazität

Chefarzt Jens Christian Kubitz leitet die operative Intensivmedizin am Klinikum Nürnberg. Die OP-Planung sei im dritten Corona-Jahr immer noch eingeschränkt. Etwa 15 Prozent weniger OP-Kapazitäten als vor der Pandemie seien vorhanden.

"Tatsächlich ist es so, dass wir tagtäglich Mitarbeiter haben, die wegen einer Corona-Infektion oder auch aus anderen Gründen nicht zum Dienst kommen können. Dabei ist es so, dass die Mitarbeiter, die Corona haben, über ein bis zwei Wochen, manchmal auch drei Wochen ausfallen und damit auch eingeschränkt sind in ihrer Leistungsfähigkeit."

Notfälle werden sofort operiert

Die Mediziner müssen daher abwägen, wer als erstes drankommt. Notfälle werden sofort operiert. "Selbstverständlich werden Patienten, die vital gefährdet sind, bei denen das Leben oder Organe in Gefahr sind, sehr zeitnah operiert. Krebspatienten, bei denen der Tumor fortschreiten würde, sollen und werden innerhalb kürzester Zeit operiert."

Nicht lebensnotwendige Operationen müssen dafür im Zweifel nach hinten verlegt werden. Die Ärzte am Nürnberger Klinikum betonen aber, dass diese Eingriffe meist schon in der Folgewoche nachgeholt werden können.

Das Klinikum Nürnberg muss erneut Operationen verschieben. Der Grund: Wegen der steigenden Corona-Erkrankungen fällt immer mehr Personal aus.

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