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Wegen der Corona-Pandemie sind mittlerweile ein Viertel aller nicht sofort notwendigen Operationen abgesagt. Dem Klinikum Nürnberg fehlen vor allem Pflegekräfte. Denn die werden auf den Intensivstationen benötigt.

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Klinikum Nürnberg muss geplante Operationen absagen

Schon längst kann am Klinikum Nürnberg nicht mehr jede Operation durchgeführt werden. Es fehlt Personal, vor allem Pflegekräfte. Die werden auf den Intensivstationen benötigt, auch wegen Corona. Die Lage ist angespannt.

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Von
  • Constanze Schulze

20 Prozent der geplanten Eingriffe am Nürnberger Klinikum mussten bereits abgesagt werden. Intensivmediziner Prof. Dr. Christian Kubitz ist für den OP-Plan im Nürnberger Klinikum zuständig und koordiniert die Eingriffe. "Wir reduzieren die OP-Kapazität, um Personal für die Intensivstationen zu rekrutieren", so Kubitz. Das Personal werde auf den Intensivstationen dringend benötigt. Nicht nur um dort Covid-Patienten zu behandeln und zu versorgen, sondern auch für andere Patienten.

Notfälle werden weiter versorgt

Tagtäglich müssen die Ärzte am Nürnberger Klinikum entscheiden, welche Operationen noch durchgeführt werden können und welche nicht. Alle Abteilungen sind betroffen, zum Beispiel auch die Neurochirurgie. Lebensnotwendige Tumoroperationen finden statt. Aber es müssen auch hier Eingriffe verschoben werden. Für die betroffenen Patienten eine Belastung, denn oft wissen sie nicht wie lange sie auf ihre OP noch warten müssen, berichtet Prof. Dr. Hans-H. Steiner, der Chefarzt der Klinik für Neurochirurgie: "Es gibt auch einige Patienten, mit Erkrankungen im Bereich der Wirbelsäule, die mit Schmerzen verbunden sind. Das bedeutet auch für solche Patienten ergibt sich eine längere Wartezeit." Betroffene Patienten müssten dann unter Schmerzen auf einen neuen Termin warten. Einige solche Eingriffe mussten verschoben werden, bei weitem aber nicht alle. "Wir versuchen wirklich alle Eingriffe, wenn wir Kapazitäten haben, abzuarbeiten."

Der Großteil der Patienten zeigt Verständnis

Trotzdem ist es immer wieder schwer, einem Menschen zu erklären, dass er oder sie jetzt doch nicht operiert werden kann, erzählt Professor Steiner. "Man muss eben versuchen argumentativ deutlich zu machen, dass wir das nicht ohne Grund tun, sondern dass wir es tun müssen." Jede abgesagte OP sei eine schwere und gut abgewogene Entscheidung, betonen die Mediziner. Aber es müssten OP-Säle geschlossen werden, um die Intensivstationen zu stärken, betont Prof. Dr. Kubitz. "Wir reduzieren OP Kapazitäten nur dann, wenn wir dadurch auch wirklich Intensivkapazitäten schaffen." Denn: Oberste Priorität hätten im Moment nun einmal die Intensivstationen, damit Patienten, die als Notfall eingeliefert werden und in Lebensgefahr schweben, ob mit Corona oder einem anderen Krankheitsbild, auch sofort behandelt werden können.