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An den Nürnberger Kliniken Nord und Süd drohen Warnstreiks. Die betreffen rund 1.000 Beschäftigte in den Bereichen Patiententransport, Reinigung oder Küche. Sie werden von einer Tochtergesellschaft beschäftigt und derzeit anders bezahlt.

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Klinikum Nürnberg: Aktive Pause letzte Warnung vor Warnstreik

Nach Mitteilung der Gewerkschaft verdi sind Mitte April die Gespräche der Tarifkommission mit der Klinikum Nürnberg Service GmbH ergebnislos verlaufen. Die Aktive Pause des Klinikpersonals am Montag sei nun die "letzte Warnung" vor einem Warnstreik.

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Von
  • Claudia Grimmer

"Ohne uns funktioniert das Klinikum nicht, wir sind keine Beschäftigten zweiter Klasse!", mit dieser Kampfansage hat die Gewerkschaft Verdi das Servicepersonal des Klinikums Nürnberg am heutigen Montag zu einer Aktiven Pause aufgefordert. Seit Monaten streiten sich Verdi und die Klinikum Nürnberg Service GmbH, KNSG, über Lohnerhöhungen und die Aufnahme von Tarifverhandlungen. Jetzt droht die Gewerkschaft mit einem Warnstreik.

Aktive Pause für Montag angekündigt

Bei den Auseinandersetzungen geht es um rund 1.000 Beschäftigte in den Bereichen Patiententransport, Reinigung oder Küche. Die in der Gewerkschaft Verdi organisierten Beschäftigten der ausgegliederten Tochtergesellschaft fordern die Angleichung an dem im Klinikum geltenden Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD), denn die Beschäftigten sind nicht direkt beim Klinikum, sondern bei einem Tochterunternehmen angestellt. Die Klinikum Nürnberg Servicegesellschaft zahlt jedoch weniger als das Klinikum selbst. Dort gilt der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst. Die Verantwortlichen des Krankenhauses sehen hingegen dafür keinen finanziellen Spielraum.

"Die Löhne in der KNSG sind so niedrig, dass viele von uns gezwungen sind, Zweitjobs anzunehmen." Karin Reinfelder, Betriebsratsvorsitzende der KNSG

Vor Jahren wurde der Servicebereich in Nürnberg, wie auch an vielen anderen Orten, outgesourct und die Klinikum Nürnberg Servicegesellschaft gegründet. Die rund 800 Beschäftigten arbeiten dort nach dem Tarifvertrag Service, der weit unter dem Tariflohn des öffentlichen Dienstes liege, kritisiert die Gewerkschaft. 200 Kollegen und Kolleginnen haben hingegen noch Altverträge und werden nach dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes bezahlt. "Die direkt beim Klinikum Beschäftigten erhalten für die gleichen Tätigkeiten mehrere hundert Euro mehr im Monat. Auch bei der Arbeitszeit, dem Urlaub und dem Weihnachtsgeld werden wir seit Jahren benachteiligt," so Karin Reinfelder, Betriebsratsvorsitzende der KNSG und Mitglied der Verdi-Tarifkommission.

Warnstreik wird vorbereitet

Die Pausen-Aktion soll sowohl vor dem Klinikum Nord als auch Süd soll die Vorbereitung eines Warnsteiks sein, so Verdi. Diesen würde die Gewerkschaft gerne insbesondere unter den Bedingungen der Pandemie verhindern, heißt es weiter, die Blockadehaltung der Arbeitgeberseite zwinge jedoch dazu, den Druck zu erhöhen. Die Geschäftsführung sei zu Verhandlungen über eine Notdienstvereinbarung aufgefordert worden.

"Die Beschäftigten sind streikbereit und fordern die Geschäftsführung unmissverständlich auf, über eine Angleichung an den TVöD zu verhandeln." Martin Schmalzbauer, Verdi Gewerkschaftssekretär

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