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Klinikum Fürth schickt Brandbrief an Gesundheitsminister Spahn | BR24

© BR/Andreas Heinicke

Eingang zum Klinikum Fürth

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Klinikum Fürth schickt Brandbrief an Gesundheitsminister Spahn

Das Klinikum Fürth hat sich mit einem dringenden Apell an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn gewandt. Die Klinik kritisiert das bisherige Vorgehen der Politik und warnt vor einem Zusammenbruch der Krankenhäuser in der Corona-Pandemie.

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Weil es einen Weckruf an die Politik brauche, hat das Klinikum Fürth einen Brandbrief an Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geschickt. Manfred Wagner, der Pandemiebeauftragte des Klinikums warnte vor einem Zusammenbruch der deutschen Krankenhäuser unter der Last der Corona-Pandemie. Nun müssten Entscheidungen getroffen werden, da "es sonst für manche Entscheidungen in dieser zweiten Welle bald zu spät sein wird", heißt es wörtlich in dem Schreiben.

Mehr Patienten auf Intensivstationen als im Frühjahr

Die derzeit grassierende zweite Welle des Coronavirus stelle das Klinikum vor große Herausforderungen. Aktuell befinden sich laut Klinikum bereits mehr Corona-Patienten auf den Intensivstationen als während der ersten Welle Anfang April.

Im Frühjahr aber habe es wegen des ausgerufene Katastrophenfalls eine Vorgabe gegeben, verschiebbare Eingriffe nicht durchzuführen - das sei wirtschaftlich abgesichert gewesen. Die Politik habe in den ersten Monaten der Pandemie die Krankenhäuser "verantwortungsvoll und geplant heruntergebremst, um die Corona-Patienten versorgen zu können. "Jetzt haben wir nichts davon", schreibt der Fürther Pandemiebeauftragte Wagner. Nun lasse die Politik "die Krankenhäuser an die Wand der Überlastung fahren", so der Vorwurf. Auch andere Krankenhäuser hätten bereits darauf hingewiesen.

Forderung: Krankenhäuser sollen entlastet werden

Wagner fordert eine Entlastung der Kliniken. So solle der Regelbetrieb in den Kliniken reduziert werden. Zudem müssen die Krankenhäuser finanziell abgesichert werden, fordert der Pandemiebeauftragte. Sollte das nicht passieren, würden die Mitarbeiter der Belastung nicht weiter Stand halten können.

"Verfügen Sie, den Regelbetrieb in den Kliniken zu reduzieren und sichern Sie die Krankenhäuser dafür finanziell ab. Sonst drohen die Pflegenden, Ärzte und andere Berufsgruppen in den Kliniken unter dieser Last zusammenzubrechen, für die alle noch im Frühjahr geklatscht haben! Wer soll dann, Herr Spahn, die Tausenden von Covid-19-Patienten in Deutschland versorgen?" Manfred Wagner, Pandemiebeauftragter Klinikum Fürth

Für lange Abstimmungsprozesse bleibe demnach keine Zeit mehr, die Krankenhäuser müssten sofort finanziell abgesichert werden, heißt es in dem Brandbrief. Um in der zugespitzten Situation adäquat handeln zu können, müssten aufschiebbare Eingriffe abgesagt und Personal umgeschichtet werden. Dafür aber müssten die Krankenhäuser finanziell abgesichert werden.

© BR

Das Fürther Klinikum warnt vor einem Zusammenbruch der Krankenhäuser in der Corona-Pandemie. Mit einem dringenden Appell hat sich das Klinikum nun an das Bundesgesundheitsministerium gewandt.

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