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Klinikum Bayreuth wegen mutiertem Coronavirus "extrem besorgt" | BR24

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Eine erstmals in England aufgetretene Mutation des Coronavirus ist nun auch in Bayreuth nachgewiesen worden. Das mutierte Virus soll wohl keine schwereren Krankheitsverläufe verursachen, aber eine ansteckendere Covid-19-Variante sein.

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Klinikum Bayreuth wegen mutiertem Coronavirus "extrem besorgt"

Im Klinikum Bayreuth wird ein Patient behandelt, der sich mit dem zuerst in Großbritannien aufgetretenen mutierten Coronavirus infiziert haben könnte. Wegen der Ansteckungsgefahr ist die Klinikleitung in großer Sorge.

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Von
  • Annerose Zuber

Im Klinikum Bayreuth herrscht große Besorgnis, dass sich die hochansteckende Corona-Variante aus Großbritannien ausbreiten könnte. "Ich gehe davon aus, dass aufgrund der veränderten Verläufe die Mutation bereits hier ist", sagte der Ärztliche Direktor Thomas Rupprecht im BR-Gespräch.

Dies sei unabhängig von dem in Bayreuth nachgewiesenen mutierten Coronavirus bei einer Frau, die aus Großbritannien eingereist war. Dort war die Variante des Virus zuerst aufgetreten. Klinikum und Landratsamt Bayreuth gaben den Fall am Mittwoch bekannt.

Labor untersucht Virus und Virus-Varianten

Während diese erkrankte Frau nach ihrer Einreise aus Großbritannien wegen eines milden Verlaufs nicht im Klinikum behandelt wurde, gibt es dort einen Corona-Patienten mit Bezug zu Großbritannien. Unklar ist aber noch, ob diese Person tatsächlich an der hochansteckenden Variante erkrankt ist.

Genaue Labor-Untersuchungen sollen bald vorliegen. Das Bestimmen eines Virus und seiner Varianten dauert nach Angaben von Experten mindestens fünf Tage. Ob bis Ende des Monats ein Ergebnis veröffentlicht werden kann, ist ungewiss.

Immer mehr Corona-Fälle im Klinikum Bayreuth

Das Klinikum verzeichnet bereits seit etwa vier Wochen eine Zunahme von Corona-Fällen. Betroffen sind vor allem das Pflegepersonal und Ärzte. Insgesamt sind rund 150 Mitarbeiter in Quarantäne oder tatsächlich erkrankt.

Zum Teil müssen sie mit schweren Verläufen selbst im Klinikum behandelt werden. "Ich bin extrem besorgt", betonte der Ärztliche Direktor Rupprecht, "weil alle Maßnahmen, die in der ersten Welle fast vollständigen Schutz geboten haben, nur noch teilweise wirken".

Klinikum Bayreuth will Bundeswehr zur Unterstützung anfordern

Das Staatliche Gesundheitsamt Bayreuth schätzt die Situation anders ein. Es geht nicht davon, dass die Zunahme der Corona-Fälle im Klinikum auf die Virus-Variante aus Großbritannien zurückzuführen ist. Allerdings hat die Behörde erst heute und nur per Zufall von dem Corona-Patienten mit Bezug zu Großbritannien erfahren.

In den nächsten Tagen werden die rund 650 Patienten am Klinikum getestet und auch alle 3.300 Beschäftigten der Klinik. Es laufen Vorbereitungen, eventuell die Bundeswehr zur Unterstützung im Pflegebereich einzusetzen.

© BR/Annerose Zuber

Im Klinikum Bayreuth werden zwei Patienten behandelt, die sich mit dem zuerst in Großbritannien aufgetretenen mutierten Coronavirus infiziert haben könnten. Wegen der Ansteckungsgefahr ist die Bayreuther Klinikleitung in Sorge.

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