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Kliniken Nordoberpfalz AG will Form und Aufteilung ändern | BR24

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Bei den Kliniken Nordoberpfalz AG stehen nach der endgültig abgewendeten Insolvenz die nächsten Schritte an, um für die Zukunft gerüstet zu sein. Unter anderem wollen die drei Träger ihre Anteile an der AG neu verteilen.

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Kliniken Nordoberpfalz AG will Form und Aufteilung ändern

Bei den Kliniken Nordoberpfalz AG stehen nach der endgültig abgewendeten Insolvenz die nächsten Schritte an, um für die Zukunft gerüstet zu sein. Unter anderem wollen die drei Träger ihre Anteile an der AG neu verteilen.

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Nachdem zuletzt eine Insolvenz der Kliniken Nordoberpfalz AG endgültig abgewendet worden ist, gehen Vorstand und Träger nun die nächsten Schritte an, um den Verbund zukunftsfähig zu gestalten.

Aktionärsvereinbarung soll geändert werden

So wollen die drei Träger, die Stadt Weiden und die beiden Landkreise Neustadt/Waldnaab und Tirschenreuth die Aufteilung anders gestalten: Derzeit hält die Stadt Weiden 51 Prozent der gemeinnützigen AG, der Landkreis Tirschenreuth 47,5 Prozent und der Landkreis Neustadt an der Waldnaab nur 1,5 Prozent. Diese Aufteilung stammt noch aus der Gründungszeit der Kliniken Nordoberpfalz AG im Jahr 2006. Der Landkreis Neustadt/Waldnaab wolle sich mehr engagieren, bestätigte Landrat Andreas Meier (CSU) auf einer Pressekonferenz. Die drei Träger wollen deshalb die Aktionärsvereinbarung ändern - so bald wie möglich, wie Weidens Oberbürgermeister Kurt Seggewiß (SPD) und die Landräte Meier und Wolfgang Lippert (FW) einstimmig klarstellten.

Zudem soll sich die Form des Klinikenverbunds ändern. Aus einer gemeinnützigen AG soll eine GmbH oder auch ein Kommunalunternehmen werden. Bis Ende 2020 sollen dann auch weitere Strukturen innerhalb des Verbunds angepasst werden. Das bedeute aber keine Schließungen, betonte Meier.

Intersektorales Gesundheitszentrum geplant

"Alles an allen Standorten vorzuhalten wird nicht mehr möglich sein", sagt derweil AG-Vorstand Josef Götz. Jeder solle das anbieten, was bedarfsgerecht vor Ort auch notwendig sei. An den Standorten Waldsassen und Vohenstrauß soll "bedarfsgerecht" umgebaut werden. Beide sollen zu einem so genannten Intersektoralen Gesundheitszentrum werden.

Diese neue Form mit der Einbindung niedergelassener Ärzte, mit ambulanter Versorgung, aber auch der kurzfristigen stationären Versorgung muss in Deutschland erst noch entwickelt werden. Die Kliniken Nordoberpfalz AG mache dies seit einigen Monaten federführend, so Götz weiter. Allerdings gebe es für beide Standorte unterschiedliche Konzepte, wie so ein Gesundheitszentrum ausschauen könnte. Anfang des Jahres sollen dazu Vertragsgespräche geführt werden.

Man wolle möglichst beide Konzepte umgesetzt bekommen. Zudem stehen Götz zufolge weitere interne Änderungen im Klinikum Weiden an, die nochmal einen siebenstelligen Betrag einbringen würden.

Fachkräfte kommen aus dem Ausland

Mit den Strukturanpassungen innerhalb des Verbunds, der Änderung der Gesellschaftsform und der Änderung der Aufteilung unter den drei Trägern sehen die Politiker und auch der Vorstand den Verbund zukunftsfähig für die kommenden Jahre.

Allerdings hat die AG zunehmend auch mit einem Fachkräftemangel zu kämpfen. Ärzte werden über ein Klinikstudent-Programm angeworben, aber auch aus dem Ausland. Und inzwischen wird auch Pflegepersonal aus Serbien, Albanien, Osteuropa oder sogar Mexiko angeworben.

3.000 Mitarbeiter an acht Standorten

Die Kliniken Nordoberpfalz AG wurde 2006 als Verbund geschaffen in der Form einer gemeinnützigen AG. Sie umfasst mehr als 3000 Mitarbeiter an den acht Standorten Tirschenreuth, Kemnath, Erbendorf, Vohenstrauß, Eschenbach, Neustadt an der Waldnaab und Weiden. An diesen Standorten gibt es derzeit noch vier Akut-Kliniken, zwei Reha-Kliniken und eine Pflegeeinrichtung.

Im Jahr 2016 wurden gesetzliche Rahmenbedingungen geändert, die den Verbund in seiner Form zu einem jährlichen Defizit zwangen. Bislang traten die drei Träger als Bürgen auf. Die Regierung der Oberpfalz genehmigt das aber nicht mehr aufgrund eines Urteils des Bundesverwaltungsgerichts, das den Freistaat Bayern dann in Haftung sah. Deshalb geben die drei Träger der AG nun einen 50-Millionen-Euro-Kredit. Der Weidener Stadtrat und die beiden Kreistage haben diesen Kredit in den vergangenen Wochen bewilligt.