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Kliniken melden noch keine Entspannung auf Intensivstationen | BR24

© dpa-Bildfunk/Jens Büttner

Die Lage in den Intensivstationen in Nürnberg, Fürth und Erlangen ist weiterhin angespannt.

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Kliniken melden noch keine Entspannung auf Intensivstationen

Zwar werden aktuell weniger Corona-Neuinfektionen gemeldet. Doch die Lage in den Klinken in Nürnberg, Fürth und Erlangen ist weiterhin angespannt. Noch immer müssen zahlreiche Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt werden.

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Von
  • Annika Svitil

Trotz sinkender Corona-Neuinfektionen atmen die Kliniken in Nürnberg, Fürth und Erlangen noch nicht auf. Das bestätigten die jeweiligen Kliniksprecher auf Nachfrage dem Bayerischen Rundfunk. Zwar ist noch kein Fall der Mutation des Virus registriert worden, die Überwachung in den Labors laufe aber.

Krisenmodus in Nürnberg bleibt

Sabine Stoll, Pressesprecherin des Klinikums Nürnberg, erklärte, dass die Situation zwar im Vergleich mit Weihnachten oder dem Jahreswechsel besser, aber dennoch weiterhin angespannt sei. Einige der insgesamt 120 Intensivbetten in Nord- und Südklinikum seien noch frei. Das sei jedoch nur durch Einschränkungen auf den Nicht-Covid-Stationen möglich, so Stoll. 40 Corona-Patienten werden derzeit intensivmedizinisch behandelt, acht davon sind an eine Lungenersatzmaschine angewiesen. Insgesamt sind derzeit in den Nürnberger Kliniken knapp 160 Corona-Patienten. Prof. Dr. Joachim Ficker, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin, meint zu der aktuellen Entwicklung, dass der Lockdown eine erste kleine Wirkung zeige. Der Krisenmodus bleibe aber bestehen.

"Wir rechnen damit, dass wir gerade bei der Betreuung von schwerstkranken Covid-Patienten, die intensivmedizinisch versorgt werden müssen, in den nächsten Wochen auf demselben hohen Niveau bleiben und dass die Routineversorgung noch für längere Zeit eingeschränkt bleibt." Prof. Dr. Joachim Ficker, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin mit dem Schwerpunkt Pneumologie

Klinikum Erlangen: leichte Entspannung nur auf Normalstation

In Erlangen sei eine positive Entwicklung im stationären Bereich des Klinikums erkennbar, sagt Johannes Eissing, Sprecher des Uni-Klinikums. Die Zahlen der Belegbetten mit Covid-19-Patienten gehe leicht zurück. Währenddessen sei aber die Zahl der der Corona-Intensivpatienten gleichhoch geblieben. Das liege vor allem daran, dass diese Patienten sehr lange auf der Station bleiben müssen, so Eissing. Er bestätigt, dass die zweite Welle deutlich höher und langanhaltender sei als die erste Coronawelle im Frühjahr 2020. Daher entspanne sich auch nicht die Situation des Pflegepersonals.

"Das Pflegepersonal befindet sich auf einem Langstreckenlauf, wo man das Ziel noch nicht vor Augen hat." Johannes Eissing, Pressesprecher Uni-Klinikum Erlangen

Der Klinikumssprecher möchte daher von keinen positiven Trends sprechen. Die Lage bleibe angespannt, denn nur ein Ausbruch in einem Pflegeheim könne alles ändern. Konkret sind von 120 Intensivbetten im Uni-Klinikum Erlangen aktuell rund 110 belegt, 26 mit Covid-19-Patienten.

Über ein Drittel der Intensivpatienten in Fürth mit Covid-19

Im Klinikum Fürth beobachte man seit rund einer Woche den Rückgang an Corona-Patienten auf der Normalstation, so Dr. Manfred Wagner, Pandemiebeauftragter des Klinikums Fürth. In Zahlen werden dort aktuell 30 Personen behandelt, in der Spitze waren es 70. Auf der Intensivstation liegen weitere elf Corona-Patienten. Da die Intensivstation in Fürth nur 28 Betten personell betreuen kann, sei die Situation weiterhin belastend. Vor allem, weil die übrigen Intensivbetten auch für andere Patienten benötigt werden. Eine Balance sei hier sehr wichtig, so Wagner.

Sorge um Mutation

Ein großes Thema sei auch die Mutation. Zwar gab es weder in Fürth, noch in Erlangen und Nürnberg einen nachgewiesenen Fall der Mutante, doch das müsste ständig überwacht werden. Während die Kliniken in Nürnberg und Erlangen die Corona-Tests auf die Mutation untersuchen können, greift Fürth auf ein Partnerlabor zurück. Bald soll das aber direkt vor Ort möglich sein, sagt der Pandemiebeauftragte. In seinen Augen hänge die Entwicklung des Virusgeschehens von der Ausbreitung der Mutation ab.

© BR

Am Klinikum Fürth werden die Intensivbetten knapp für die Patienten, die nicht schwer an Corona erkrankt sind. Außerdem ist die Sorge vor der ansteckenderen Mutation des Virus groß. Umso wichtiger sind die Impfungen der Klinikbeschäftigten.

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