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An der Klinik Neuendettelsau ist eine Umstrukturierung geplant. Das Krankenhaus soll sich in Zukunft auf Kardiologie und Altersmedizin spezialisieren. Die anderen Bereiche sollen an das Klinikum Schwabach verlegt werden.

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Klinik Neuendettelsau: Notfallversorgung soll umziehen

Um die Kliniken in Schwabach und Neuendettelsau profitabel zu machen, hat der Verbund Diakoneo ein neues Medizinkonzept entworfen. Einzelne Standorte sollen sich spezialisieren. Allgemeine Notfälle können dann nur noch in Schwabach versorgt werden.

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Von
  • Laura Grun

Der Verbund Diakoneo hat ein neues Medizinkonzept entworfen. Wie Gesundheits-Vorstand Michael Kilb BR24 auf Anfrage mitteilt, soll sich die Klinik Neuendettelsau in Zukunft auf die Bereiche Kardiologie und Altersmedizin konzentrieren. Die derzeit bestehenden Bereiche Gastroenterologie – also alles rund um den Bauch – sowie Allgemeinchirurgie werden an den Klinikstandort Schwabach umgezogen.

Keine Notfallversorgung in Neuendettelsau

Das hätte zur Folge, dass Operationen in den Bereichen Unfallchirurgie und Orthopädie nur noch ambulant im Medizinischen Versorgungszentrum stattfinden können. Eine Notfallversorgung von anderen Krankheiten könne dann nicht mehr gewährleistet werden, kritisieren einige Mitarbeiter am Standort Neuendettelsau. Außerplanmäßige Brüche, Stürze, Schnittverletzungen, akute Bauchschmerzen oder Blutungen könnten künftig nicht mehr versorgt werden, mahnt Reinhold Gulden, stellvertretender Vorstand der Mitarbeitervereinigung. All diese Eingriffe sollen dann am Klinikum in Schwabach durchgeführt werden.

Spezialisierung der Standorte soll zukunftsfähig machen

Die Versorgung der Bevölkerung sieht Michael Kilb, Vorstand im Bereich Gesundheit, nicht in Gefahr. Er sei überzeugt davon, dass man die Versorgung auf dem Land trägerübergreifend betrachten müsse. Sie könne nur durch Spezialisierungen sichergestellt werden, nicht aber durch Doppelvorhaltungen an jedem Standort kleiner Krankenhäuser. Seit Jahren schließen beide Häuser mit einem Defizit ab. Daher will Vorstand Michael Kilb die beiden Standorte durch das neue Medizinkonzept profitabel machen.

Personal zweifelt am neuen Konzept

Das Personal aus Neuendettelsau glaubt nicht an eine Rettung durch den Wegfall der Notfallambulanz. Stattdessen befürchten sie noch größere Einbußen. Ein Haus wie Neuendettelsau könne mit seiner Größe und der künftig eingeschränkten Vielfalt bei nur noch zwei geplanten Abteilungen auf dem aktuellen Gesundheitsmarkt nicht überleben, sagt Reinhold Gulden von der Mitarbeitervereinigung.

Kilb verspricht jedoch, alle Standorte im Klinikverbund von Diakoneo erhalten zu wollen. Auch betriebsbedingte Kündigungen werde es nicht geben. Bis das neue Medizinkonzept ab April 2022 vollständig genehmigt sein wird, werden also noch viele Gespräche sowohl mit der Politik als auch den Mitarbeitenden geführt werden müssen.

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