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Klimawandel im Weinberg: Winzer müssen mehr Regenwasser nutzen

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Klimawandel im Weinberg: Das Wasser-Problem der Winzer

Durch den Klimawandel steht der Weinbau in Bayern vor großen Herausforderungen. Der Landtag hat heute darüber diskutiert, wie die Weinbauern darauf reagieren müssen und was der Klimawandel für den Konsumenten bedeutet.

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Von
  • Daniel Knopp

Der Klimawandel ist in den bayerischen Weinbergen längst angekommen. Darauf müssen sich die Winzer einstellen. Denn mehr Sonne begünstigt beispielsweise den Anbau von schweren Weinen, doch die Konsumenten fragen vermehrt leichte Weine nach.

Temperaturen wie in Spanien

Im Landwirtschaftsausschuss des Landtages vertrat die unterfränkische SPD-Politikerin Martina Fehlner heute die Ansicht, dass der Weinbau künftig auch anderen Rebsorten eine Chance geben müsse. Bei Temperaturen von bis zu 40 Grad herrsche ein Klima wie in Spanien und das verlange den Anbau von anderen Sorten wie Cabernet oder Merlot und bedeute möglicherweise auch mehr Anbau von Rotwein, so Fehlner.

Derzeit müssen 1.300 Hektar zeitweise bewässert werden

Rotweine werden es also künftig einfacher haben. Doch um die traditionellen Rebsorten weiterhin zu erhalten, braucht es umso mehr Wasser für den Weinanbau. Das Bayerische Landwirtschaftsministerium geht davon aus, dass künftig etwa ein Drittel der Weinbaufläche in Bayern bewässert werden muss, so die zuständige Referentin im Landwirtschaftsministerium Marianne Steinschulte.

Zu wenig Wasser für den Weinstock habe einen negativen Einfluss auf die Weinaromen und auf die Lebensdauer des Stocks. Besonders junge Pflanzen haben es laut Steinschulte schwer. Darum müsse ein Teil der Weinberge künftig bewässert werden, wenn es besonders heiß und trocken ist. Derzeit seien das in Franken 1.300 Hektar. Tendenz steigend.

Bewässerung bald für ein Drittel der fränkischen Weinstöcke nötig

Das Landwirtschaftsministerium spricht von 2.000 Hektar Rebfläche in Franken, die zukünftig temporär bewässert werden muss. Hochgerechnet auf 2.000 ha ergibt sich laut Landwirtschaftsministerium zukünftig allein für den Weinbau ein jährlicher Wasserbedarf von 1,3 bis 1,5 Millionen Kubikmeter.

Insgesamt gibt es im Anbaugebiet Franken laut Landwirtschaftsministerium 6.307 Hektar Rebfläche, am bayerischen Bodensee sind es 71 Hektar und 6 Hektar Rebfläche sind es im Landweingebiet Regensburg.

Speicherseen vonnöten

Das große Zukunftsproblem Wassermangel ist den Winzern bekannt, sagt die unterfränkische CSU-Abgeordnete Barbara Becker, die selbst einen Weinberg betreibt. Die Winzer nutzen - wo immer möglich - das sogenannte Oberflächenwasser - also Regenwasser oder Wasser aus Bächen oder Flüssen, so Becker. Außerdem speichere man das Wasser, wenn es viel regnet. Dazu brauche man Speicherseen, einige gebe es auch schon.

Trinkwasser hat Vorrang

Laut Umweltministerium könne dieser Wasserbedarf künftig nicht mehr an allen Orten und zu jeder Zeit gedeckt werden. Darum sei es wichtig, dass die Menschen sparsam und nachhaltig mit Wasser umgehen.

Doch es gibt auch Grenzen: Die Trinkwassernutzung habe immer Vorrang, so das Fazit des Berichts des bayerischen Umweltministeriums im Landwirtschaftsausschuss des Bayerischen Landtags.

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